LD Systems MAUI 5 im Test

Die LD Systems MAUI 5 gehört zu den kleinsten Säulen-PAs auf dem Markt. Wie sie klingt und für welche Einsatzgebiete sie sich eignet, haben wir getestet.

Ein kleines und kompaktes Paket stand da vor der Redaktions-Tür. Mit nur etwas über 11kg ist die LD Systems MAUI 5 ein echtes Leichtgewicht. Packen wir den Karton mal aus.

LD Systems MAUI 5 erster Eindruck

Im Karton befinden sich die Sub-Einheit, drei Säulen-Einheiten, ein Stromkabel und eine mehrsprachige Anleitung mit allen nötigen Informationen. Am Sub befindet sich ein Henkel – sehr praktisch zum Transport!

Die Säulen-Einheiten sehen sich fast zum Verwechseln ähnlich. Allerdings befindet sich nur in einer das Lautsprecher System. Hier arbeiten vier 3″-Lautsprecher, während im Subwoofer ein 8″-Bassreflex schiebt, alles angetrieben von einem Class-D-Verstärker. Die drei Module werden einfach ineinandergesteckt und auch so mit dem Sub verbunden. Bei Bedarf kann man auch eins der Distanzstücke weglassen.

[Verwandte Artikel: LD Systems Curv 500 im Test – inklusive Video]

LD Systems MAUI 5 Bedienung

Nach dem einfachen Zusammenbau schließen wir das Stromkabel an und werfen einen Blick auf die Bedienelemente. Sehr positiv: Alles ist groß, leicht abzulesen und übersichtlich angeordnet. Gerade im manchmal doch hektischen Live-Betrieb sollte das eine Grundsätzlichkeit sein.

LD Systems MAUI 5 Bedienfeld
Sehr übersichtlich und auch im Dunkeln gut zu bedienen: LD Systems MAUI 5 Bedienfeld

Die oberste Reihe der leicht gerasterten Drehpotis dient zur Lautstärkeeinstellung der bis zu vier verschiedenen Eingangssignale.

Regler 1 ist für ein Line-Signal reserviert, die passenden Eingänge (2 XLR/Klinke-Kombibuchsen) befinden sich auf der Subwoofer Rückseite. Regler 2 regelt den Mikrofoneingang, der sich, ebenfalls als XLR/Klinke-Kombibuchse, auf der rechten Seite des Panels befindet.

Der dritte Regler ist für MP3- und Hi-Z-Eingänge gemeinsam da. Hier muss man die einzelnen Lautstärken jeweils an den Zuspielern regeln. Für den Hi-Z-Eingang gibt’s große Klinke, für den MP3-Eingang, an den man selbstverständlich alles mit Line-Signal anschließen kann, steht typischerweise eine Miniklinkenbuchse bereit.

LD Systems MAUI 5 Bluetooth

Bleibt noch der Lautstärke-Regler für den Bluetooth Kanal. Die Verbindung mit einem Bluetooth Gerät ist übrigens kinderleicht: Einfach Knopf am Subwoofer gedrückt halten und am Sendegerät die auftauchende LD Systems MAUI 5 verbinden – fertig.

LD Systems MAUI 5 Hi-Boost

Dieses Poti dient zur Höhenanpassung des Klangs. Mit einem High-Shelf-Filter können die Höhen angehoben werden, je weiter der Regler nach rechts gedreht wird. Mehr Klangregelung gibt’s auch nicht, dafür aber noch die Lautstärkeregelung.

Die Lautstärke der LD Systems MAUI 5 wird über zwei Potis gesteuert. Zum einen gibt es einen Regler für die Gesamtlautstärke, zum anderen einen für den Subwoofer Anteil. Mit letzterem kann man den Bass nochmal ordentlich anheben.

LD Systems MAUI 5 LECC DSP

OK, ein DSP ist drin. Man sieht ihn nicht, doch er macht gleich eine ganze Menge in der LD Systems MAUI 5. Separate (Multiband-)Limiter für den Bass- Mitten- und Höhenbereich begrenzen das Signal, sobald der Pegel einen Wert übersteigt, der sich negativ auswirken könnte. Das schützt die Lautsprecher und verhindert durch Übersteuerung verursachte Verzerrungen. Durch das Limiting kann die Anlage auch mit mehr Schalldruck gefahren werden, da Signalspitzen abgefangen werden. Gute Idee!

Ein automatischer Multiband-EQ bearbeitet den gesamten Frequenzbereich und optimiert den Systemsound. Ein automatischer Kompressor wird zugeschaltet, um bei geringerer Lautstärke die Bässe anzuheben und damit einen druckvolleren Sound zu erzeugen. Mit steigender Lautstärke wird der Bass-Boost automatisch reduziert.

Auch für die Frequenzweichen ist der DSP zuständig. Damit wird das Audiosignal den passenden Lautsprechern zugewiesen. Und eine Amplituden- und Laufzeit-Optimierung der Frequenzweichen sorgt dafür, dass alle Frequenzen gleichmäßig ausgegeben werden und den Zuhörer zeitgleich erreichen. Das klappte in unserem Test der LD Systems MAUI 5 auch sehr gut.

LD Systems MAUI 5 in der Praxis

Wir haben die LD Systems MAUI 5 in verschiedenen kleineren Räumen ausprobiert, denn dafür ist sie prädestiniert. Der Subwoofer steht sicher auf 5 Gummifüßen, nur die Säulenbefestigung finde ich nicht perfekt gelungen.

Während die Steckverbindungen der Module einen recht stabilen Eindruck machen, ist die Verbindung der gesamten Säule mit dem Subwoofer ein bisschen wackelig. Leichte bis mittlere Schubser machten beim Test aber nichts. Die Säule der LD Systems MAUI 5 schwankte einfach in die Ausgangsposition zurück, die Soundverbindung blieb bestehen. Ob das auf Dauer dem Kunststoff gut tut, ist eine andere Frage.

Zum Sound: Die LD Systems MAUI 5 liefert 2x 100W RMS (2x400W Peak). Und mit einem maximalen Schalldruck von 120 dB (alles Herstellerangaben) schiebt sie auch in ein paar Metern Entfernung noch ganz ordentlich.

Der Sound der LD Systems MAUI 5 ist durchaus ausgeglichen, wobei man es mit dem Bass in kleineren Räumen auch gerne ein bisschen übertreiben kann. ;) Dank der Möglichkeit, die Höhen anzuheben, klingt sie immer klar und setzt sich gut durch. Im Vergleich zu größeren Anlagen fehlt es der LD Systems MAUI 5 nur ein bisschen an Tiefmitten, was aber in den entsprechenden Räumen nicht weiter auffiel.

LD Systems MAUI 5 Sub
Der Sub der LD Systems MAUI 5 steht sicher auf 5 Gummifüßen.

Perfekte Anwendungsgebiete für die LD Systems MAUI 5 sind kleine Konzerte, Lesungen mit ein bisschen Begleitung oder bestimmt auch Vorträge in Räumen bis vielleicht 50 Personen. Gerade, wenn das System an verschiedenen Locations zum Einsatz kommt, kann sie mit ihrer hervorragenden Transportabilität und ihrer Automatik-DSP-Funktionen ihre Stärken ausspielen.

Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Audio Ausgang gewesen, um eine weitere LD Systems MAUI 5 zu koppeln. Als Extra sind dagegen Taschen für Sub und Säulen-Module erhältlich.

Noch ein Satz zur Bedienungsanleitung der LD Systems MAUI 5: Sie ist vielleicht ein bisschen unübersichtlich, da jeder Punkt hintereinander in sechs Sprachen abgehandelt wird. Wenn man sie aber überhaupt nicht braucht (so wie bei mir in meinem Fall), ist das auch egal.

LD Systems MAUI 5 Testfazit

Mal eben eine kleine kompakte Säulen-PA unter den Arm klemmen und auf zum nächsten Gig – genau das geht mit der LD Systems MAUI 5. Sie ist kinderleicht transportiert und aufgebaut. Solange man sie an einen Ort aufstellen kann, wo nicht jeder gegen die Säule stoßen kann, sollte bei kleineren Veranstaltungen mit dieser Anlage, die es wahlweise in schwarz und weiß gibt, nichts schiefgehen. Übrigens ist sie tatsächlich auch so rückkopplungsarm, dass man die Anlage ohne Probleme hinters Mikro stellen kann. Der Preis von 549,– Euro (UVP) geht da absolut in Ordnung.

Übrigens: Für alle Line Array Fans ist sicherlich die Curv 500 interessant – die konnten wir ebenfalls bereits testen.