Kaufberatung Becken: 6 Fragen, die dir bei der Auswahl helfen

Auf gehts zum Becken kaufen! Aber sehr schnell verliert man dann den Überblick. In unserem Feature „Kaufberatung Becken“ geben wir Tipps, worauf es wirklich ankommt.

Hi-Hat, Crash, Ride – mit diesen drei Beckentypen fängt so gut wie jeder Drummer an. Bei Einsteiger-Drumsets werden diese drei Becken oftmals sogar direkt mitverkauft, damit der nächste John Bonham sich um die Wahl der Becken erstmal keine Gedanken machen muss.

Früher oder später möchte man dann aber vielleicht doch die alten ersetzen oder sich neue Becken kaufen. Und dann beginnt die Suche: Dünne, mittlere, dicke Crash-Becken? Nimmt man eher ein Ridebecken in 18“ oder 22“? Welches ist das Richtige?

Eine Verallgemeinerung ist natürlich unmöglich. Deswegen sind hier sechs Fragen, die man sich vor dem Becken kaufen stellen sollte, um so die Auswahl zu erleichtern.

Kaufberatung Becken, Frage 1: Welche anderen Becken besitze ich schon?

Kaufberatung Becken: Hi-Hat, Crash, Ride - so startet jeder. Aber was dann?
Kaufberatung Becken: Hi-Hat, Crash, Ride – so startet jeder. Aber was dann?

Ganz am Anfang sollte man sich darüber klarwerden, welche Becken man bereits hat und ob man zufrieden mit diesen ist. Ersetzt man seine vorhandenen Becken, dann wertet man vorhandene Sounds auf. So erweitert man zwar nicht das klangliche Spektrum, aber es klingt besser.

Andersherum hat man vielleicht einen speziellen Sound eines berühmten Drummers im Sinn, an dem man sich orientieren möchte. Da hilft es, dessen Spiel genau zu studieren – und nachzuschauen, ob er zum Beispiel besondere Beckenarten benutzt.

Kaufberatung Becken, Frage 2: Welches Genre spiele ich?

Ein Drumset eines Jazzers sieht anders aus als das von einem Metal-Musiker, und es klingt auch anders. Das liegt unter anderem auch an den Becken, die beispielsweise im Jazz recht dünn sind, damit sie auch bei leichtem Anschlag und leisem Spiel voll klingen. Deswegen würde es keinen Sinn machen, sich schwere Becken zu kaufen, bei denen man erst ordentlich „hauen“ muss, bevor die Becken ihren Sound entfalten. Ist man in vielen Stilrichtungen zuhause, so sind möglichst flexible Becken zu empfehlen, die jeder Hersteller ebenfalls anbietet.

Dabei muss man auch im Hinterkopf behalten, dass der Sound zum Gesamtkontext der Band und den anderen Instrumenten passen muss. Das Schlagzeug ist niemals ein „Solo“-Instrument, das sich in den Vordergrund spielt, sondern es sollte den Sänger und die Melodien unterstützen. Da passen beispielsweise zu helle oder zu laute Becken einfach nicht.

In vielen Genres braucht man auch kein großes Setup mit Effektbecken wie Chinas oder Splashes. Oftmals reicht die klassische Kombination Hi-Hat – Ride – Crash, die gut aufeinander abgestimmt ist.

Kaufberatung Becken, Frage 3: Für welchen Einsatz sind die Becken gedacht?

Spielt man viel live, ist man öfters im Studio unterwegs? Auch das ist eine wichtige Frage. Im Studio ist ein feiner, detaillierter Sound gefragt, der durchaus auch mal etwas leiser sein darf. Live dagegen muss sich das Schlagzeug – und gerade die Becken – durchsetzen können gegen die Sound-„Wand“ aus Gitarren, Vocals, Keyboards und was sonst noch so anfällt. In diesem Falle würden sich auch lautere Becken anbieten, und vielleicht sogar tendenziell größere, da dieser Faktor auch Einfluss auf die Lautstärke haben kann.

Wie so oft im Leben (und vor allem im Instrumentenbereich) ist der Preis aber vielleicht einfach zu hoch, um sich gleich zwei unterschiedliche Beckensets zu kaufen. Eine Lösung wäre, auch hier auf „Alleskönner“ zu setzen. Diese sind, wenn es wirklich ordentliche Becken sein sollen, oftmals etwas teurer im Preis – aber das lohnt sich.

Spezielle kostengünstige Becken kaufen, die man nur live benutzt, ist auch eine Alternative. Der Hintergrund ist der, dass gerade live der Umgang mit Equipment etwas rauer sein kann – allzu schnell fällt da ein Becken auf den Boden und ein kleiner Riss entsteht. Hat man zuhause noch ein zweites (besseres) Becken, kann man diesen Verlust noch eher verschmerzen.

Kaufberatung Becken, Frage 4: Wie groß ist und soll mein Schlagzeug werden?

Diese Frage ist für alle wichtig, die Wert auf ein kompaktes Schlagzeug legen und es auch so aufgebaut haben. Hat man seine Toms gerne nah beieinander und die Becken auch in möglichst kleiner Entfernung, sollte man sich nicht unbedingt riesige Becken zulegen. Der Unterschied zwischen 16“ und 18“ mag im Onlineshop nicht groß sein, am Schlagzeug selbst aber ist das durchaus viel!

Kaufberatung Becken: Will man ein sehr kompaktes Set, können zu große Becken stören.
Kaufberatung Becken: Will man ein sehr kompaktes Set, können zu große Becken stören.

Noch erheblicher wirkt sich das aus, wenn man ins Studio geht. Da sind die Becken schnell mal im Weg, wenn man die darunterhängende Tom mit einem Mikrofon ausstattet. Die Alternative ist dann oft, das Becken oder die Toms anders zu positionieren. Das ist beides nicht gerade optimal, denn man soll sich ja wohlfühlen und auf „seinem“ Set spielen. Lieber also einfach vorher bei der Größe (und Anzahl) der Becken nachdenken.

Kleine Anmerkung zu Live-Situationen: Je größer das Becken, desto mehr Gewicht. Je mehr Becken, desto mehr gibt es zu schleppen. Nur mal so eingeworfen. ;-)

Kaufberatung Becken, Frage 5: Bin ich experimentierfreudig?

Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr und immer verrücktere Effektbecken – Chinas und Splashes sind da nicht genug.

Interessiert man sich für einen „mal was anderes“-Sound, dann sollte man einen genauen Blick in die Effektsektion aller Hersteller werfen, denn dort gibt es wirklich tolle und zum Teil auch kuriose Sachen zum Experimentieren. Dabei kann man auch selbst mal etwas mischen. So, wie bekannte Größen irgendwann einmal angefangen haben, verschiedene Becken aufeinander zu schrauben, so kann man das selbst auch einfach mal tun!

Für solche Experimente sollte der geneigte Dr. Frankenstein nicht nur China- und Splash-Becken bereithalten, sondern man kann dafür auch ein Crash oder Ridenehmen – egal ob günstig, teuer oder kaputt! Becken mit Rissen haben ganz besondere Klangeigenschaften.

Kaufberatung Becken: Stack-Becken sind modern und gerade für experimentierfreudige Drummer geeignet.
Kaufberatung Becken: Möchte man Becken kaufen, die “was anderes” sind, kommen Stack-Becken in Betracht.

Kaufberatung Becken, Frage 6: Wieviel möchte ich ausgeben? Was brauche ich?

Klar – die Frage nach dem Preis bzw. nach dem, was der Geldbeutel hergibt, stellt sich sowieso immer. Dennoch wollen wir hier noch einmal besonders darauf eingehen.

Vor dem Becken kaufen sollte man sich wirklich überlegen, was man wirklich benötigt bzw. wofür der Kauf gedacht ist (siehe auch Frage 1). Will man seine vorhandenen Becken ersetzen, so bieten nahezu alle Hersteller ganze Beckensets an (normalerweise mit Hi-Hat, Crash und Ride, manchmal sogar mit Zweitcrash). Das geht dann natürlich ordentlich ins Geld, da man dann doch mindestens einen mittleren dreistelligen Betrag los ist (nach oben hin geht natürlich immer mehr).

Andererseits spricht der besonders günstige Preis insgesamt für den Kauf eines solchen Sets. Hat man eh mittel- bis langfristig vor, seine „alten“ Becken zu ersetzen, dann macht ein solches Komplettset auf jeden Fall Sinn.

Übrigens: Wie schon erwähnt, kann es Sinn machen, seine alten Becken zu behalten. Diese kann man dann prima als Live-Setup benutzen und man muss seine neuen, teuren Schätze nicht dem Stress eines Gigs aussetzen.