Yamaha DTX400K E-Drumset im Test

Viele Drummer benötigen ein kleines und kompaktes E-Drumset zum Üben im stillen (!) Kämmerlein. Im Yamaha DTX400K testen wir, ob ihr euch das Kit ins Zimmer stellen solltet.

E-Drums haben eine ganz schöne Reise hinter sich, seitdem sie Ende der 70er erstmals auf den Markt kamen. Ich erinnere mich an das erste, achteckige Pad, das ich hatte. Es fühlte sich eher nach einem Stück Holz mit Gummiüberzug an, und was das mit den Handgelenken anstellte, kann man sich ziemlich leicht vorstellen.

Die heutigen E-Drums sind da natürlich weit von entfernt, da sie wesentlich komfortabler, leichter und schneller aufzubauen sind. Nicht zuletzt natürlich ist auch der Sound wesentlich besser und realistischer. Ich gebe zu, dass ich lange Zeit eine Abneigung gegen elektronische Drums hatte, da ich für eine längere, internationale Tour gezwungen war, eins zu spielen. Aber mittlerweile habe ich kein Problem mehr mit ihnen!

Yamaha DTX400K Test – Features

Das Yamaha DTX400K E-Drumset richtet sich primär an Einsteiger oder an diejenigen, die ein sehr kompaktes (und leises) Schlagzeug suchen. Nach intensivem Testen bin ich allerdings eher der Meinung, dass man es auch durchaus in einem professionellen Umfeld nutzen kann.

Yamaha DTX400K Test: Die Becken sind schön leise - und das Rack ist stabil verbaut.
Yamaha DTX400K Test: Die Becken sind schön leise – und das Rack ist stabil verbaut.

Ein leichtes, aber robustes Aluminium-Rack bildet das Herzstück des Drumsets. Auf diesem Gestell wird alles montiert, inklusive des Drummoduls. Die 10“ großen Becken-Pads sind tatsächlich komplett leise, wenn man sie mit Kopfhörern spielt – im Gegensatz zu den Becken manch anderer Kits, die ein unangenehmes Klicken verursachen. Das Spielgefühl dabei ist sehr angenehm. Das DTX400K bietet außerdem insgesamt 4 Tom-/Snare-Pads mit einer Größe von 7,5“ und die KU100 Silent Kick Unit. Das ist ein extra leises Pad für die Bassdrum, das Vibrationen minimiert. Insgesamt hat man also Snare, Bassdrum, zwei Tom-Toms, eine Floor Tom, Hi-Hat, Ride-Becken und Crash-Becken (beide Mono). Das Yamaha DTX400K nimmt dabei erfreulich wenig Platz ein – lediglich 110 x 65cm. Wow!

Im DTX400 Drummodul befinden sich insgesamt 169 Sounds (oder Voices): 23 Snares, 21 Bassdrums, 36 Toms, 31 Becken, 16 Hi-Hats und 42 Percussion-Sounds. 10 fertige Drumsets sind ebenfalls eingespeichert. Alle können bearbeitet werden; wenn man sie abspeichert, werden die Factory Presets überschrieben.

Yamaha DTX400K Test – Die Training-Funktionen

Genau wie das große DTX582K, das wir ebenfalls testen konnten, gibt es im DTX400K eine Menge Trainings-Funktionen. So wird das E-Drumset zu einem interessanten Kit für Schüler und übungsfreudige Spieler. Deswegen wollen wir einige dieser Funktionen auch mal etwas genauer vorstellen.

Groove Check zeigt mithilfe der Nummer-Buttons an, ob die Schläge zu spät oder zu früh kommen. Man kann also während des Spiels direkt sehen, wo man genau zu spät ist. Das hilft natürlich enorm beim Timing. Das Rhythm Gate hilft dabei, das „innere Metronom“ zu verbessern. Während das Metronom läuft, werden die Schläge, die man spielt, still – das E-Drumset gibt keinen Sound aus.

Mit Measure Break, einem anderen Übungsprogramm, kann man einen Takt auslassen, sodass er nicht angegeben wird. Wenn das Metronom also wieder anfängt, merkt man, ob man zu schnell oder zu langsam geworden ist. Das ist anfangs zwar etwas seltsam, hilft aber auch sehr! Tempo Up/Down beschleunigt oder verlangsamt das Tempo, während sich das Timing verbessert. Wenn man noch etwas besser spielen könnte, wird das Tempo entsprechend verringert.

Beim Change Up-Programm des Yamaha DTX500K kann man zu bis zu sieben unterschiedlichen Rhythmen mitspielen, die sich alle zwei Takte ändern. So verbessert man sein Gedächtnis, Timing und Tempo.

Das waren nur ein paar der Trainings-Funktionen – es gibt zum Beispiel noch das Pad Gate oder den Groove Tracker. Die Menge der Übungen, die Yamaha hier dem Drummer an die Hand gibt, ist wirklich toll und sehr hilfreich. Wenn man ein Yamaha DTX400K zu Hause stehen hat, gibt es keine Entschuldigung mehr für schlechtes Timing! ;-)

Yamaha DTX400K Test – Bedienung

Die Bedienung des Drummoduls ist sehr intuitiv (solche Module können einem schnell über den Kopf wachsen!). Einige mögen zwar vielleicht ein Display vermissen, aber durch den Wegfall dieses gibt es eben mehr Knöpfe, die eine direktere Bedienung ermöglichen.

Yamaha DTX400K Test: Einfach, übersichtlich - das Drummodul.
Yamaha DTX400K Test: Einfach, übersichtlich – das Drummodul.

Die 10 Kits sind sehr sehr einfach und schnell angewählt, ebenso wie die 10 eingespeicherten Songs, zu denen man jammen kann. Die Songs können übrigens per USB-Schnittstelle ausgetauscht werden, wenn man seine eigenen Songs hat, die man üben möchte. Wo wir schon bei Schnittstellen sind: Das Yamaha DTX400K bietet einen Stereo-Miniklinken-Eingang sowie einen Stereo-(Line-)Ausgang für Kopfhörer.

Yamaha DTX400K Test – Aufrüstbar

Sehr schön finde ich außerdem die Möglichkeit, das DTX400K noch weiter aufzurüsten. So kann man beispielsweise ein Snarepad mit drei Zonen nutzen, sodass auch Rimshots u.ä. möglich sind. Auch kann man ein „echtes“ Bassdrum-Pedal, einen erweiterten Hi-Hat-Controller anschließen oder noch ein zusätzliches Becken-Pad anbringen. Das sind schöne Alternativen, sodass das E-Drumset flexibel ist.

Vom Sound des Yamaha DTX400K überzeugt man sich am besten in diesem Video:

Yamaha DTX400K Test – Fazit

Das DTX400K ist, wie der Name schon sagt, Teil der 400er-Serie an E-Drums, die preisgünstigere Alternativen im Vergleich zu der 500er, 700er oder 900er-Serie bieten. Von der geringen Zahl sollte man sich jedoch nicht beirren lassen: Dieses E-Drumset ist perfekt für einen Schlagzeuger (bzw. Anfänger), der ein wirklich leises Set zum Üben benötigt.

Aber auch ein etwas erfahrener Drummer, der aufs Geld schaut, wird mit diesen E-Drums seinen Spaß haben. Die Verarbeitung ist gut, es ist stabil und die Sounds klingen realistisch. Klar, man hat keine 900 Sounds oder Beckenpads mit 3-Zonen – aber die Frage ist ja auch, ob man diese Features denn auch wirklich immer benötigt. Von daher: Das Yamaha DTX400K ist ein Geheimtipp!