9 Guitar Heroes und ihre Übungen - Der Workshop (Foto: Slavko Sereda / Shutterstock.com)

Es gab eine Zeit, da waren auch die größten Guitar Heroes noch Anfänger, feilten an ihren Fähigkeiten und mühten sich mit den selben Herausforderungen und Problemen ab, die jeder Anfängergitarrist erlebt.

Was wäre, wenn sie euch erzählen würden, welche Hürden sie zu meistern hatten, und wie sie sie schließlich bezwungen haben? Oder noch besser, sie lieferten euch ihre eigenen Übungen, die genau dafür gedacht sind, auf diesem speziellen Gebiet zu helfen?

Das wäre großartig. Und genau darum geht es in diesem Workshop.

Auf den nächsten Seiten erzählen Guitar Heroes wie Steve Vai, Mark Tremonti, Joe Bonamassa, Mike Stern, Yngwie Malmsteen, Paul Gilbert, Alex Skolnick, Joe Satriani und Eric Johnson Geschichten über ihre eigenen Bemühungen, Fähigkeiten zu erlangen und liefern euch kurze Übungen, die bei der Weiterentwicklung der relevanten Techniken helfen werden.

Also, Gitarre raus und los gehts: Verbessern wir eure Fähigkeiten mit einigen der besten und größten Guitar Heroes!

9 Guitar Heroes geben Lern-Tipps: Steve Vai

“Ich habe immer extrem auf Disziplin geachtet, wenn ich an meiner Technik gearbeitet habe. Wenn ich mich hingesetzt habe, um ein Lick wie dieses hier zu üben, habe ich mir gesagt, „bevor du das nicht ordentlich spielen kannst, stehst du nicht auf, isst nichts, gehst nicht schlafen.“

Das war schon ziemlich krass für einen 14-jährigen – es ist eigentlich die Reflexion einer psychologischen Unzulänglichkeit oder ein Riss in der kosmischen Eierschale. Ich habe mich sehr damit angestrengt, muss mich jetzt aber nicht mehr für 10 Stunden am Tag hinsetzen und üben. Ich versuche aber, so fleißig wie möglich zu sein.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Steve Vai (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Steve Vai (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben Lern-Tipps: Mark Tremonti

“Die Übung, die mir für meinen Wechselschlag am meisten geholfen hat, habe ich aus dem ersten Video von Paul Gilbert, Intense Rock. Diese half mir, diesen Aufschlag über die Saiten richtig tight zu bekommen, so dass ich problemlos durch aufsteigende Drei-Töne-Pro-Saite Tonleiter-Pattern spielen konnte.

Das Problem war, dass ich mit aufsteigenden Skalen doppelt so gut wurde wie mit absteigenden. Also musste ich danach in beide Richtungen arbeiten, um meine Auf- und Abschläge gleich zu bekommen. Es ist sehr wichtig, in beide Richtungen zu üben.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Mark Tremonti (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Mark Tremonti (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben Lern-Tipps: Joe Bonamassa

“Als Sänger wärmt man sich auf und kühlt sich wieder ab, und ich versuche, genauso über die Gitarre zu denken. Und wenn man wie ich Vier-Stunden Gigs spielt, wacht man am nächsten Tag häufig mit verkrampften Fingern und Händen auf. Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen benutze ich gerne etwas, was ich die „Andy Summers Übung“ nenne.

Ich spiele ein sus2 Shape auf drei Saiten und bewege es das Griffbrett hinauf und spiele alle natürlichen Grundtöne der Tonart C und wiederhole es dann auf den nebensächlichen Grundtönen – den # und b’s. Ich mache das dann auch mit den Grundtönen auf der 5. Saite. Wenn man diese Übung so macht, anstatt sie nur chromatisch zu spielen, passt man etwas besser auf und es hält einen davon ab, einfach nur stumpf vor sich hin zu nudeln.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Joe Bonamassa (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Joe Bonamassa (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben Lern-Tipps: Mike Stern

“1975 war ich 22 und spielte mit Blood, Sweat & Tears wirklich schnelle Stücke. Ich versuchte, mehr wie Jim Hall zu spielen und über dem Timing zu schweben. Aber dann sagte Jacob Pistorius zu mir, „Mann, du spielst sehr langsam und versuchst alles zu hören, was du spielst. Das ist toll, aber ich glaube, es ist an der Zeit, dass du „gegen das Timing“ spielst, oder Achtel und Sechzehntel genau auf der Zeit spielst.

Also ging ich hin und übte Stücke wie „Donna Lee“ zum Metronom. Jeden Tag stellte ich es ein wenig schneller ein. Außerdem nahm ich klassische Stücke und spielte sie als Übung wesentlich schneller als normal.

Diese hier in G Moll stammt von Bachs Sonaten und Partiten für Violine und es gibt keinen festgelegten Fingersatz. Ich kenne viele Kollegen, die aus diesem Buch gelernt haben – John Scofield, Pat Metheny, Steve Vai. Das Ding ist nicht nur mit Tonleitern zu üben, wenn man an seiner Technik arbeitet. Technik ist an sich zwecklos, aber wenn man sie mit musikalischen Ideen verbinden kann, macht es Sinn.

Und man darf nicht vergessen, dass man durch Technik lediglich sein Potential entwickeln kann. Aber das Schöne an Musik ist, das der Stil oder die Stimme eines Musikers dadurch definiert wird, was er nicht kann. Manche können nicht schnell spielen, also spielen sie melodischer. Ich mag melodisches Spiel sehr, aber mir gefällt auch die Aufgeregtheit in John Coltranes oder Michael Breckers Stil – es ist so offensichtlich, dass die Leute eine Verbindung dazu aufbauen können. Sogar Wes Montgomery mochte es, an seiner Geschwindigkeit zu feilen. Er fand, dass es seinem Phrasing eine Vielfältigkeit verlieh. Und das tat es.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Mike Stern (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Mike Stern (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben dir Lern-Tipps: Yngwie Malmsteen

“Vor vielen Jahren nahm ich eine Bandprobe mit einem Tonbandgerät auf, das zu langsam lief. Und als ich mir die Aufnahme am nächsten Tag auf einer Maschine anhörte, die in der korrekten Geschwindigkeit lief, dachte ich, „Mann, ist das schnell!“ Mir war nicht klar, dass mit dem Tonbandgerät was nicht stimmte. Danach begann ich, alles viel schneller zu spielen. Wenn ich beispielsweise etwas ursprünglich Legato spielte, wollte ich das auch mit Wechselschlag spielen können, absolut koordiniert und sauber.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Yngwie Malmsteen (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Yngwie Malmsteen (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben dir Lern-Tipps: Paul Gilbert

“Ich habe etwa acht Jahre lang gespielt, ohne eine wirkliche Picking-Technik zu haben. Es gab nur Hammer Ons und Pull Offs. Für mich war es sehr wichtig, ein Metronom zu benutzen – ein sich wiederholendes Lick so langsam zu spielen, dass ich es perfekt konnte, um es dann gleichmäßig zu beschleunigen.

Ich lernte ein wirklich einfaches Sechston Picking-Lick auf einer Saite und nach nur ein paar Wochen konnte ich es wirklich schnell spielen. Aber das schwierigste an schnellem Picking ist, von Saite zu Saite zu wechseln. Um das zu verbessern, übte ich diese Linie hier, die mit jeder Sektion kniffliger wird.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Paul Gilbert (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Paul Gilbert (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben dir Lern-Tipps: Alex Skolnick

“Licks von Platten zu lernen hat mir am meisten geholfen, nicht die Übungen aus Büchern. Und über die Jahre habe ich einige Licks zu Übungen ausgearbeitet.

Eine der ersten habe ich von Al Di Meolas „Race with the devil on Spanish highway“ von Elegant gypsy – das schnelle Lick, das jeder spielt. Es war eine große Herausforderung, also unterteilte ich es in mehrere Segmente. Das erste steigt in einem Quintolen Pattern hinab (A G F# E D); der nächste Teil ist eine Vierton Gruppe (F# E D C#). Um die Übung zu erweitern, kann man das komplette Pattern zur nächsten Note H bewegen und das selbe Rhythmuspattern benutzen. Gehe die Tonleiter weiter hinauf und spiele entweder nur die Quintole, oder das ganze Lick, und bewege es den Hals auf und ab, und versuche es auch quer über das Griffbrett.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Alex Skolnick (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Alex Skolnick (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben dir Lern-Tipps: Joe Satriani

“Wenn man Hammer Ons und Pull Offs spielt, geht es nur um Genauigkeit, nicht um rohe Gewalt – man muss sich wirklich genau darauf konzentrieren, wie sich die Finger bewegen. Wenn ich zum Beispiel einen Finger auf eine Saite lege, kann ich dann fühlen, ob ich ihn an den effizientesten Punkt gelegt habe? Sollte die Saite etwas mehr in der Mitte oder eher leicht an der Seite liegen?

Mit der Zeit fand ich den perfekten Punkt für Hammer Ons und Pull Offs – sowohl am Finger, als auch auf dem Griffbrett – und konnte dann meine ganze Energie auf die nötige Bewegung fokussieren. Erst jetzt konnte ich mit meinen Fingern einem musikalischen Rhythmus jagen.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Joe Satriani (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Joe Satriani (Foto: GuitarPlayer.com)

9 Guitar Heroes geben dir Lern-Tipps: Eric Johnson

“Das Wichtigste, was ich für meine Technik gemacht habe war, dass ich immer an der Koordination beider Hände gearbeitet habe, so dass es immer wirklich sauber ist. Dies kann man üben, egal was man spielt – es geht nur darum die Saite richtig zu greifen, die Saite richtig anzuschlagen, und an allen richtigen Stellen abzudämpfen. Der Schlüssel ist, dass man sicher gehen muss, dass alles synchron läuft und wenn es das tut, bekommt man als Resultat einen schönen, reinen Sound, der herausragend ist.”

Guitar Heroes und ihre Übungen: Eric Johnson (Foto: GuitarPlayer.com)
Guitar Heroes und ihre Übungen: Eric Johnson (Foto: GuitarPlayer.com)

© GuitarPlayer.com, courtesy of NewBay media, 2015