Akkordwechsel üben (Foto: GuitarPlayer)

Ganz egal, welchen Stil sie spielen: Gitarristen müssen in der Lage sein, reibungslos zwischen Akkorden zu wechseln. Mit unserem Workshop “Akkordwechsel üben” wird auch dir das schnell gelingen.

Ob man nun einfache offene Akkorde in relaxtem Tempo strummt oder versucht, komplexe Barre-Akkorde in halsbrecherischer Geschwindigkeit zu meistern: Es ist wichtig, dass deine Bewegungen von Akkord zu Akkord flüssig sind.

Diese Lektion bietet grundlegende Akkordwechsel-Techniken, die in allen Stilen und Situationen einsetzbar sind. Ganz generell gesprochen hilft es, vorausschauend zu denken: Während man den einen Akkord spielt, sollte man sich den nächsten schon vorstellen, bevor man ihn greift.

Also, Gitarre raus, schnell gestimmt und ab an die Arbeit!

Akkordwechsel üben: Open-String Strumming

Lass uns mit einigen Cowboy-Chords beginnen. In ABBILDUNG 1 gibt es einen Open String Strum auf jedem Upbeat (2-und, 4-und), der einem Akkordwechsel vorausgeht. Es mag sich seltsam anhören, aber man sollte nicht greifen. Da die offenen Saiten größtenteils im Einklang mit der Tonart sind, wird es keinen harmonischen Zusammenprall geben. Das Strummen der offenen Saiten gibt dir ein wenig Zeit zwischen den Akkorden, während der du die Fingersätze „in der Luft“ formen kannst.

Beachte, dass ähnliche Shapes, wie etwa die offenen E und Am Akkorde – die mit dem gleichen Fingersatz auf unterschiedlichen Saiten-Sets gespielt werden – einen sauberen Wechsel noch begünstigen.

Akkordwechsel üben: Abb. 1

Akkordwechsel üben: Abb. 1 (Foto: Guitar Player)

Akkordwechsel üben – Dissonante Übergänge

In ABBILDUNG 2 wird die Open String-Technik an Sechs- und Fünfton Barre-Akkorden angewandt. In diesem Fall sind die offenen Saiten nicht im Einklang mit der Tonart (Eb Dur). Trotzdem bewirken sie eine interessante Dissonanz im Verlauf der Figur. Wenn man zwischen Akkorden wechselt, die den gleichen Fingersatz verwenden – wie die B- und Ab-Akkorde in Takt 2 – behältst du die Finger deiner linken Hand in dieser Form verriegelt. Stell’ auch sicher, eine stabile 16tel-Strumming Bewegung mit deiner rechten Hand durchzuziehen, während du durch diese Progression spielst.

Akkordwechsel üben: Abb. 2

Akkordwechsel üben: Abb. 2 (Foto: Guitar Player)

Akkordwechsel üben: Pedaltöne

Effektive Akkordwechsel profitieren auch von sparsamen Bewegungen. ABBILDUNG 3 verwendet einen einzelnen gemeinsamen Ton, oder Pedalton für drei unterschiedliche Akkorde: C, Am und F/C. Behalte deinen Zeigefinger durchgängig im 2. Bund der 2. Saite. In Takt 4 gibt es für den Wechsel von Am zu C zwei Pedaltöne: Das C und das E auf der 4. Saite im 2. Bund. Versuche andere Akkorde zu finden, die sich Pedaltöne teilen – auch wenn sie keine Standard-Fingersätze erfordern.

Akkordwechsel üben: Abb. 3

Akkordwechsel üben: Abb. 3 (Foto: GuitarPlayer)

Akkordwechsel üben: Barre-Techniken

In ABBILDUNG 4 wird der Zeigefinger dazu verwendet, alle sechs Saiten im 8. Bund für die C und F Akkorde in Takt 1, und im 10.Bund für die D und G Akkorde in Takt 2 zu greifen. Dieser Ansatz erlaubt es, reibungslos von einem Barre-Akkord mit Grundton auf der 6. Saite zu einem Akkord mit Grundton auf der 5. Saite zu wechseln.

Mit dem Zeigefinger am richtigen Platz rollt man nun einfach den Ringfinger herüber, um die Saiten 4-2 als Barre zu spielen. (Wenn nötig, lässt du den Ton der 1. Saite weg.) Diese Methode ist weitaus effizienter, um zwischen Barre-Akkorden zu wechseln, als etwa zwischen zwei Grundton 6 Voicings wie etwa einem C im 8. Bund und einem F im 1. Bund zu wechseln.

Akkordwechsel üben: Abb. 4

Akkordwechsel üben: Abb. 4 (Foto: GuitarPlayer)

Akkordwechsel üben: Arpeggierte Ansätze

Effiziente Wechseltechniken sind auch für das Spielen von arpeggierten Akkorden nützlich. Da es in ABBILDUNG 5 kein Strumming gibt, hat man bei den offenen Saiten sogar noch mehr Zeit, um zwischen den Akkorden zu wechseln. Obwohl es am besten ist, jeden Akkord für die komplette Dauer gegriffen zu halten, damit er vollständig ausklingen kann, hast du die Möglichkeit, jeden Akkord Note für Note nacheinander zu greifen. Wenn du den G/D Akkord in Takt 4 spielst, verwendest du deinen kleinen Finger für das G im 3. Bund und hast somit den Ringfinger frei, um den Grundton des C Akkords bei der Wiederholung zu erwischen.

Akkordwechsel üben: Abb. 5

Akkordwechsel üben: Abb. 5 (Foto: GuitarPlayer)

Akkordwechsel üben: Stops und Dämpfer

In den ABBILDUNGEN 6A–C gibt es einige Power Chords, also Distortion an! In ABBILDUNG 6A haben die Viertelpausen einen coolen rhythmischen Effekt, während sie dir mehr Zeit geben, um dich auf dem Griffbrett vom E5 zum C5 Akkord zu bewegen. Um die perkussiven Abdämpfungen in ABBILDUNG 6B hinzubekommen, hältst du den Griff leicht über die beabsichtigten Bünde und schlägst die Saiten an, bevor du den Akkord drückst.

ABBILDUNG 6C galoppiert metaltypisch über ein offenes E. Um es tight zu bekommen, musst du sicherstellen, dass du jeden Akkord loslässt, bevor du die offene E Saite anschlägst.

Akkordwechsel üben: Abb. 6A-C

Akkordwechsel üben: Abb. 6A-C (Foto: Guitar Player)

Akkordwechsel üben: Alles zusammen

ABBILDUNG 7 vereinigt alle Konzepte aus diesem Workshop. In Takt 1 spielst du einen Barre mit dem Zeigefinger im 10. Bund und lässt ihn gedrückt, wenn du zwischen den Dm und Gm Akkorden wechselst. In Takt 3 und 4 wird die gleiche Progression mit einigen Palmmutes angereichert, die einen coolen strukturellen Effekt haben. Außerdem geben sie dir mehr Zeit, die Akkorde zu wechseln.

Für einen kompletten Workout modulierst du diese Progression in alle Tonarten. Um sie beispielsweise in E Dur zu spielen, bewegst du einfach jeden Akkord einen Bund tiefer.

Akkordwechsel üben: Abb. 7 (Foto: Guitar Player)

 

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