Budgetgitarren unter 1000 Euro

Gute Gitarren müssen schon längst nicht mehr kostspielig sein. Dennoch kann der Klang unter der günstigen Herstellung leiden – aber bei diesen Modellen nicht!

Man kann leicht glauben, dass eine gute Gitarre teuer sein muss. Es stimmt, es gibt natürlich einige Vorteile, €3000,- oder mehr für eine feine handgemachte Solidbody von einem Premium-Hersteller auszugeben. Handverlesene, gealterte Hölzer, wodurch keine überschüssige Feuchtigkeit den Ton beeinträchtigt…Pickups, die auf denselben Maschinen gewickelt wurden, die auch Gibson und Fender zu besten Zeiten benutzten…das sind nur zwei der Faktoren, die die Vorstellung unterstützen, dass Qualität seinen Preis hat.

Aber wie bei so vielen anderen Dingen heutzutage wissen große und auch kleine Firmen, wie sie Gitarren herstellen, die sehr beeindruckend klingen, aussehen und zu spielen sind – und das alles zu einem Preis, der oft jeder Logik trotzt.

In dieser Zusammenfassung von „Budget“-Gitarren haben wir deshalb ein oberes Preislimit von 1000€ (Straßenpreis) festgelegt. Wir haben Instrumente eingeschlossen, die als Profi-Equipment durchgehen, während andere Einsteigermodelle sind, die ein Anfänger für einen Preis erwerben kann, der unter dem eines Tablets liegt.

Alle diese Gitarren wurden auf der Basis ihrer Verarbeitung und des Setups bewertet und wurden sorgfältig – und mehrfach – auf Bespielbarkeit und Ton getestet. Und obwohl sich ein Tester nie ganz von seinen eigenen Vorlieben für Pickup-Typen, Halsprofilen oder Body Shapes freimachen kann, waren wir alle sehr beeindruckt, was diese Gitarren zu bieten hatten.

Brian May Red Special

Brian May Red Special

Mit dieser Gitarre kann man Freddie Mercury zwar leider nicht wieder auferstehen lassen, aber man kann sich zumindest wie der Astrophysiker der Band fühlen – nämlich wie Brian May. Mit dem Signature-Modell, der Brian May Red Special, erhält man eine sehr vielseitige und gleichzeitig edle Gitarre, die in eigentlich allen Situationen eine gute Figur macht und so schön singt wie auf den Queen-Aufnahmen – was wohl auch an den Tonkammern liegt. Sowohl Hals als auch Korpus sind aus Mahagoni gefertigt (der Hals ist eingeleimt), wobei der Hals doch relativ wuchtig ist und gewöhnungsbedürftig ist.

Und obwohl die Gitarre auf den ersten Blick zunächst recht übersichtlich aussieht, gibt es doch einige nette Features: Einerseits natürlich das Wilkinson Tremolo System, andererseits gibt es aber auch sechs 3-Wege-Schalter, die man auf An, Aus, und Phase pro Pickup stellen kann. Und für alle Linkshänder: Die Gitarre gibt es auch als Lefty-Version.

Brian May Red Special

  • Preis: ca. 800€ (inkl. Gigbag)
  • Sattelbreite: 1,77″
  • Hals: Mahogany, eingeleimt
  • Korpus: Mahogany
  • Griffbrett: Ebony
  • Bünde: 24 Medium Jumbo (+ Zero Fret)
  • Tuner: 3-A-Side Grover 406 Mini Locking Rotomatic
  • Pickups: 3 x Burns TriSonic Singlecoils
  • Controls: 1 Mastervolume, 1 Mastertone, 6 x 3-Wege-Schiebeschalter (An/Aus, Phase pro Pickup)
  • Bridge: Wilkinson Tremolo System mit Brass Saddles
  • Saiten: D’Addario XL-120 Super Light (Plain Steel .009 – .042)
  • Gewicht: 3,2 kg
  • Made in: Südkorea
  • PLUS: Relativ vielseitige Gitarre, edle Optik
  • MINUS: Hals relativ klobig

Danelectro Convertible

Danelectro Convertible Black

Basierend auf dem gleichnamigen Model aus den 1960ern enthält die neueste Inkarnation der Danelectro Convertible einen Piezo Transducer unter der Bridge und einen Blend-Poti, um das Mischverhältnis zwischen magnetischem und Piezo Pickup zu regeln. Außerdem gib es Details wie Die-Cast Tuner, ein glänzendes Tobacco Sunburst Finish (auch in schwarz oder weiß erhältlich) und eine hölzerne Bridge, die zur Einstellung der Intonation gedreht werden kann.

Es gibt lediglich zu bemängeln, dass sich die Saiten auch bei nur leichtem Anschlag in der glatten Stahlbridge seitwärts bewegen, was ein leichtes Quietschen verursacht. Es ist seltsam, dass man das nicht von der Fabrik aus korrigiert hat, aber ansonsten ist die Convertible dank ihres schmalen, matt lackierten Halses und den polierten Bünden leicht und gut zu spielen.

Der Semi-Hollow „Shorthorn“ Body ist leicht und resonant und gibt der unverstärkten Gitarre bereits einen kräftigen Sound. Spielt man sie durch einen Dr.Z Z-Lux oder Kendrick 4210 Combo, entwickelt der ’56 Lipstick Pickup im Schallloch einen klaren und verstärkten Ton mit einem Voicing, das gut zwischen Standard Humbucker und Single Coil-Gitarren liegt. Mischt man den unter der Bridge befindlichen Piezo hinzu, geht der Sound mehr in die akustische Richtung, wenngleich mit einem angenehm nasalen Honk in den Mitten und strahlenden Höhen, die sich doch sehr von den oft schrillen Piezo Sounds, für die viele elektro-akustischen Modelle anfällig sind, unterscheiden.

Tatsächlich stellt sich die Danelectro Convertible in einer Art Dobro Rolle dar, je weiter man den Piezo zumischt, was beim Spielen von Blues und Slide viel Spaß bereitet, vor allem mit Open Tunings. Der Tonregler beeinflusst sowohl den magnetischen- als auch den Piezo Pickup.

Die Danelectro Convertible war schon immer „anders“, und diese neue Version führt diese Tradition fort. Die mischbaren Pickups sind ein gutes Update und macht diese Dano zu einer coolen „Colour“-Gitarre mit einer Stimme, die genauso gut auf einer Aufnahme oder in einem Live-Mix klingen wird.

Danelectro Convertible

  • Preis: ca. €530,-
  • Sattelbreite: 1.69″ Aluminium
  • Hals: Maple, bolt on
  • Griffbrett: Rosewood, 25″ scale
  • Bünde: 21
  • Tuners: Vintage-style enclosed
  • Body: Poplar und Masonite semi-hollow
  • Bridge: Holz mit Stahlsattel, floating metal Tailpiece
  • Pickups: ’56 Lipstick (neck) und piezo unter der Bridge
  • Controls: Volume, Tone, piezo/magnetic Blend-Control
  • Saiten: D’Addario, 010-.046
  • Gewicht: 2,5 kg
  • Made in: China
  • Plus: Eine gut klingende Hybridgitarre.
  • Minus: Saiten können sich wegen des glatten Bridge Sattels seitwärts bewegen

Epiphone Les Paul Tribute Plus Outfit

Epiphone Les Paul Tribute Plus Outfit

Da sich momentan so viel Aufmerksamkeit auf Gibsons High End-Klone der späten 50er und frühen 60er Les Pauls richtet, ist es schön zu sehen, dass Epiphone seine eigene, sehr erschwingliche Version einer Vintage LP in Gestalt der Les Paul Tribute Plus Outfit rausbringt (das „Outfit“ bezieht sich auf das mitgelieferte Hard Case). Diese Gitarre bietet alle wichtigen Elemente wie einen gut bespielbaren SlimTaper D-Style Mahagoni-Hals mit einem 12“ Radius Palisander Griffbrett, einem Mahagoni Body mit Carved Maple Top, und einem Satz ’57 Classic Humbucker, die die Standard-Konfiguration mit Dual Volume und Tone-Potis, sowie einem 3-Wege-Switch versorgen. Rücksicht auf moderne Zeiten nimmt man einzig damit, dass die Tone-Potis Push/Pull-Typen sind, die die Spulen auf Single Coil splitten, wenn man die Knöpfe herauszieht.

Mit dem Hochglanz Faded Cherry Sunburst Finish (andere Farben sind ebenfalls erhältlich) und dem makellosen, cremefarbenen Binding an Decke und Hals sieht die Tribute Plus fantastisch aus. Es gibt sogar cremefarbene Plastik-Abdeckungen für die Control- und Switch-Fächer auf der Rückseite.

Was man hier bekommt ist eine einigermaßen leichte LP, die sehr gut eingestellt ist und einem das gleiche beseelte Spielgefühl gibt, das man von einer Vintage-Style Gitarre erwartet – vielleicht abzüglich des Feelings einer Nitro-Lackierung, die den Preis aber auch in die Höhe getrieben hätte. Ansonsten macht die Les Paul Tribute Plus Riesenspaß, da sie die schnelle Ansprache und das lange Sustain einer guten LP hat, gepaart mit dem kräftigen Sound der PAF-Style Humbucker, die eine gute Mischung aus Fatness und Chime für Sololinien bieten, ebenso wie schimmernde Cleansounds bei zurückgedrehten Potis.

Der Halspickup kann warme Jazz-Rhythmus-Texturen liefern oder mit süßem Ton singen, wenn er einen High Gain-Amp (wie den im Test verwendeten Mesa/Boogie Mark 5:25) ansteuert. Der Bridge Pickup kommt wahrscheinlich gegen den Tele-Style Biss eines wertvollen PAF nicht an, ist aber dennoch ein gut klingender Tonabnehmer mit kräftigen Mitten und einem klaren und weichen Top End, der ihn für angezerrte Rhythmus-Sounds und High Gain-Soli sehr überzeugend macht.

Die Tribute Plus ist eine naheliegende Wahl für jeden, der sich mit dieser legendären Blues/Rock-Gitarre beschäftigen will, und das für einen Bruchteil des Gibson-Preises. Sie versammelt alle essentiellen Elemente, die nötig sind, um das klassische Dual-Humbucker Erlebnis zu liefern. Was für ein Preis für all diese Features!

Epiphone Les Paul Tribute Plus Outfit

  • Preis: ca. 635€ (inkl. Hardshell Case)
  • Sattelbreite: 1.69″
  • Hals: Mahogany, SilmTaper D Style Profil
  • Griffbrett: Rosewood, 24.75″ Scale, 12″ Radius
  • Bünde: 22 (Jumbo)
  • Tuners: Grover locking
  • Body: Mahogany mit carved Maple Top
  • Bridge: Lock Tone Tune-o-matic mit Stop Tailpiece
  • Pickups: 2 Gibson USA ’57 Classic Humbuckers
  • Controls: 2 Volume, 2 Tone (mit push-pull coil-split), 3-Wege-Switch
  • Saiten: 010-.046
  • Gewicht: 3,9 kg
  • Made in: China
  • Plus: Eine gut verarbeitete, gut klingende und sehr erschwingliche Vintage-Style Les Paul
  • Minus: Keine.

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