Auf die Bühne sollte es nur mit einem komfortablen Instrument gehen!

Gitarren sind im Laufe der Zeit immer komfortabler geworden. Aber jeder hat da so seine eigenen Vorlieben, daher ist dieser Artikel eher eine generelle Betrachtung von einigen grundsätzlichen Bereichen.

Ich hoffe, diese kleine Liste hilft, den Komfort deiner Gitarre zu verbessern, und dass du ein Auge für die kleinen Probleme entwickelst.

Brücken

Es ist immer gut, eine Brücke zu haben, auf der man angenehm seine Hand ablegen kann. Scharfe Kanten, herausstehende Schrauben oder zu hohe Stellschrauben können oft das Spielgefühl behindern. Selbst eine Vintage Telecaster-artige Brücke kann sich scharfkantig anfühlen. Solche Probleme lassen sich aber leicht beheben.

Halsform

Im Bootsbau gibt es den Begriff “Tumblehome”, der den leicht runden Übergang zwischen dem oberen Teil des Bootes und dem Rumpf beschreibt. So ähnlich ist es auch bei Gitarrenhälsen. Hier gibt es verschiedene Größen, Radien, Dicken, Bünde oder Formen, die alle an der Oberkante abgerundet in das Griffbrett übergehen. Besonders deutlich wird das bei dem Hals einer Vintage Telecaster, aber auch an den Hälsen einer älteren Gibson oder frühere Charvel-Hälse, die alle über diese gewisse Abrundung verfügen.

Bünde

Ich habe festgestellt, dass viele Gitarristen am allerliebsten die Art von Bundstäbchen spielen, die den Bünden der Gitarre ähneln, auf der sie das Spielen gelernt haben. Wenn man sich die Zähne an einer alten Gibson ausgebissen hat, hat man vermutlich eine Affinität zu ovalen Bundstäbchen. Wenn man mit einer Fender geübt hat, sind vermutlich dünnere Bundstäbchen der Favorit. Oder auch nicht: Man darf nicht vergessen, dass nicht nur die Größe eine Rolle spielt. Auch die Form der Rundung hat einen großen Einfluss auf den Spielkomfort.

Mechaniken

Mechaniken, die nicht richtig funktionieren, können zu erheblichen Handgelenksproblemen führen, besonders wenn diese noch in einem ungünstigen Winkel positioniert sind. Hier hilft entweder nur die Verbesserung der Position oder eine automatische Saitenkurbel – im besten Fall aber sogar beides.

Kabelbuchse

Für die meisten sind sie kein Problem, aber ich habe immer wieder Anfragen bekommen, die Buchse von der Decke des Korpus an die Seitenkante zu bauen oder andersrum. Das hängt alles mit dem jeweiligen Stil und der Spielart eines Gitarristen zusammen. Aber hier die gute Nachricht für alle: Man kann die Klinkenbuchse ohne Probleme versetzen.

Position der Potis

Die Übeltäter sind meist die Strat-Style-Volume-Potis. Mir wird es da ähnlich wie vielen anderen gehen: Besonders beim Dämpfen berührt mein kleiner Finger ständig das obere Volume-Poti. Das Problem ist aber ganz einfach zu lösen, indem man die Potis einfach auf die nächste Position verschiebt und das zweite Tone-Poti weglässt. Alternativ kann man auch einfach das Poti weglassen, das man ohnehin nie nutzt.

Potis und Schalter                

Es gibt keinen Grund dafür, Potis oder Schalter, die sich zu schwer oder zu leicht bewegen lassen, in diesem Zustand zu belassen. Wenn man alle Knöpfe sehr weich bedienen möchte, wird hier etwas Öl oder Reinigungsmittel Abhilfe schaffen. Alternativ kann man auch das Poti abnehmen und die Stelle, an der der Knopf schleift, polieren und darauf etwas Öl geben. Um das gegenteilige Resultat zu erzielen, gibt es beim Fachhändler eine Art Unterlage, die zwischen Poti und Gitarrendecke kommt, um den Widerstand zu erhöhen. Das funktioniert super!       

Hat man einen losen 3- oder 5-Wege-Schalter, kann man versuchen, eine weitere Feder zu der existierenden Feder zu installieren. Andersherum kann man einfach die verbaute Feder weiten.

© Guitar Player, courtesy of NewBay Media, 2015