Die Hagstrom H-III wurde 1965 erstmals vorgestellt. Jetzt gibt es eine Neuauflage. Alte Kamellen nur neu aufgewärmt oder eine an die Moderne angepasste Gitarre? Wir machen den Hagstrom H-III Test.

Sowohl die H-II als auch die zum Test vorliegende Hagstrom H-III feierten im Jahr 2015 ihr 50-jähriges Bestehen. Das war Grund genug, dass man in Schweden diese Gitarren als Teil der Retroscape-Serie neu auflegte (deren Modelle wir alle im Frühjahr auf der NAMM 2016 begutachten konnten – klick!).

Die Hagstrom H-III im coolen 3-Tone-Sunburst macht beim Auspacken direkt schon mal Lust aufs Spielen – wir sind gespannt!

Hagstrom H-III E-Gitarre
Die Hagstrom H-III in 3-Tone-Sunburst

Hagstrom H-III Test: Neue und alte Features

Einiges ist in der neuen Version der Hagstrom H-III gleich geblieben, einiges wurde jedoch auch verändert. Gleich geblieben ist natürlich die originelle und typische Schalter-Reihe, mit der man unter anderem die Pickups auswählen kann. Auch das Material des Korpus – Erle – und das des geschraubten Halses (kanadischer Ahorn) wurde nicht verändert. Das ist auch gut so, denn so bleibt der alte und von den Fans so geliebte Sound erhalten.

Das Resinator-Konzept im Querschnitt. (Foto: Musik Meyer/Hagstrom)
Hier erkennt man das Resinator-Konzept gut. (Foto: Musik Meyer/Hagstrom)

Das Griffbrett mit seinen 22 Medium-Jumbo-Bünden dagegen ist aus dem von Hagstrom patentierten Resinator-Material hergestellt. Dieses Komposit aus mehrlagigen Schindeln (meistens benutzt Hagstrom hier Birke) mit einem Epoxy-/Holzleimanteil wird drucklaminiert und schwarz gefärbt (siehe auch Bild rechts). Und wofür das Ganze? So sollen keine “Dead Spots” auf dem Griffbrett entstehen und jeder Ton ganz genau so klingen, wie man sich das vorstellt.

Was wurde außerdem neu konzipiert? Das Design der Kopfplatte ähnelt immer noch sehr den alten Gitarren, wurde aber leicht modifiziert. Auch das “Vintage Tremar”-Tremolo hat einige kleine Neuerungen erhalten, mit denen es besser funktioniert, aber sich noch genauso anfühlt (und aussieht) wie “the real deal”.

Die Hagstrom H-III gibt es neben unserer Variante mit 3-Tone-Sunburst übrigens auch noch in Schwarz und einem “Surfer”-mäßigen Aged-Sky-Blue. Auch schick!

Hagstrom H-III Test: Pickups und Schalterreihe

Hagstrom H-III Schalterreihe
Die Switches der Hagstrom H-III

Drei neu entwickelte “Ceramic C-Spin”-Pickups sorgen für einen kraftvollen Sound mit vielen Variationsmöglichkeiten. Die Bedienung der Pickups als auch die Soundänderungen werden dabei über die bekannten Switches getätigt, die der Hagstrom H-III ein ganz eigenes Feeling gibt.

Die ersten drei Schalter (auf unserem Bild von rechts gesehen) sind für die Pickup-Auswahl vorgesehen. Zeigt der Schalter nach unten, also von der Gitarre weg, sind die jeweiligen Pickups angeschaltet.

Die drei anderen Schalter sorgen für einen Bass Cut (das ist der Schalter ganz links). Dadurch wird der Sound merklich dünner. Das ist vor allem praktisch, wenn man mit allen 3 Pickups auf einmal spielt, denn so funktioniert der Sound dann immer noch im Mix. Die anderen zwei Schalter bedienen zwei verschiedene High Cuts. Einer davon greift sehr direkt und intensiv, der andere ist etwas weicher. Ein Volume-Regler ist schlussendlich, diesmal ganz traditionell konzipiert, auch noch dabei. Dank einer neu erstellten Schaltung gehen dabei auch bei niedriger Lautstärke nie die Höhen verloren – sehr schön!

Abseits der Schalterreihe, nämlich überhalb der Saiten, gibt es übrigens noch einen Killswitch, wenn es mal ganz schnell ganz leise werden soll.

Hagstrom H-III Test: Der Sound

Das Schöne an der Hagstrom H-III ist die klangliche Flexibilität. Durch die drei Pickups, der Kombination dieser und auch noch der anderen Schalter hat man hier für eine Gitarre doch recht tiefgreifende klangliche Optionen. Das macht nicht nur aufgrund des Experimentierens an sich Spaß. Die Hagstrom H-III klingt einfach immer cool und “richtig”. Im von uns gedrehten Video oben könnt ihr euch von einigen unterschiedlichen Optionen und Kombination selbst überzeugen.

Hagstrom H-III Test: Fazit

Hagstrom H-III Gurtpins
Schönes Detail: Die Hagstrom H-III hat zwei Gurtpins an der Unterseite.

Tolles Teil! Für momentan rund 629€ ,– erhält der Hagstrom-Fan (und die, die es nach Spielen dieser Gitarre sein werden) eine Gitarre, die direkt nach dem Auspacken und Spielen einfach schon so klingt, wie eine Gitarre klingen soll. Das liegt sicher auch daran, dass alle Gitarren von deutschen Vertrieb Musik Meyer nochmals gecheckt werden, wie ein Aufkleber auf der Rückseite der Kopfplatte verrät.

Auch das Design mit den unterschiedlichen langen Cutaways und der klassischen Kopfplatte gefällt mir richtig gut. Gitarristen, die sich gerne intensiver mit einem Instrument beschäftigen, werden sich dank der Schalter und der klanglichen Flexbilität ebenso gut beraten fühlen.

Dazu passt auch beispielsweise das überarbeitete und sehr stimmstabile Vibrato. Und sogar an Kleinigkeiten hat man gedacht: Beispielsweise gibt es zwei unterschiedlich hohe Gurtpins. So wird der Komfort sichergestellt – egal, ob groß oder klein!

Weitere Infos zur Hagstrom H-III gibt’s hier!