Henry Hey
Henry Hey inmitten seines Hardware-Setups

Es ist verlockend, als Keyboarder sein Live-Setup fast ausschließlich mittels Software-Instrumenten aufzubauen. Es gibt jedoch auch einige Dinge, die man im Hinterkopf behalten sollte.

  1. Die ungeheure Flexibilität von Software-Synths
    In meiner Band “Rudder” fing ich an, ein Live-Set-up aufzubauen, was komplett aus virtuellen Instrumenten und Soft Synths bestand. Ich wollte dabei zwei Dinge verbinden: Die größte klangliche Flexibilität im Sound beim kleinstmöglichen Setup. Mein Ziel war es, auf der Bühne wirklich komplette Klangwelten von einer Sekunde zur anderen zu wechseln, ohne Keyboardburgen aufbauen zu müssen.Mit Software-Instrumenten ist das kein Problem, aber man muss sich vorher wirklich intensiv Gedanken machen, wie man die ganzen Klänge zusammenstellt, organisiert und noch mit Effekten versieht. Aber all das, ohne daran denken zu müssen, wer das alles aufbauen muss…
  1. Das System
    Ich wollte ein Set-up, was nicht nur alle Tasteninstrumente ersetzt, sondern auch meine Stompboxen. Ich fing also damit an, eine Menge an USB-Controllern und Audio-Interfaces auszuprobieren. Die Lösung war ganz einfach. Ich entscheid mich für Apple MainStage, was man als App herunterladen kann.
Dieses Video (in Englisch) zeigt dir Arbeitsweise von MainStage:

Meine Stompboxen ersetzte ich durch ein Korg NanoControl. Dies ist flexibel und lässt sich einfach programmieren.

nanoKONTROL2 von Korg
Korg nanoKontrol 2
  1. Das Setup vor dem Gig auf Herz und Nieren prüfen
    Ich habe so um 2000 angefangen, mich für Software-Instrumente zu interessieren. Erst habe ich damit angefangen, ein paar Software-Instrumente meinem Setup hinzuzufügen, immer mit der Gewissheit, als Backup auf Hardware-Keyboards ausweichen zu können. Dadurch habe ich eine Menge Erfahrung gesammelt. Man muss aber auch festhalten, dass sich seitdem Computer und Software immens weiterentwickelt haben, alleine was die Geschwindigkeit und die Speicherkapazität angeht. Aber natürlich können solche Software-System Probleme bereiten. Bevor ich 2009 mit einem kompletten Software-Rig auf Tour ging, habe ich mehrere Monate wirklich alles ausprobiert: Was funktioniert, was macht Probleme, welche Software passt am besten zu der vorhandenen, welches Plug-in knabbert am Prozessor? Diese Vorarbeit ist entscheidend.
  1. Nicht am Computer sparen
    Ganz wichtig, man sollte wirklich immer nur die aktuelle Computergeneration nutzen, die die gewünschte Software auch wirklich verarbeiten kann. Man braucht RAM, bis der Arzt kommt und eine schnelle Festplatte, sinnvollerweise eine externe Einheit. Es gibt so geile Sounds, die aber unheimlich speicherintensiv sind. Also, daran auf keinen Fall sparen.
  1. Immer an die Musik denken
    Ich betrachte meine Software-Set-up als Musikinstrument. Die Musik und das, was man spielt, sollten immer im Vordergrund stehen, auch beim kompliziertesten Soundgefüge. Auch wenn man mit Software die unmöglichsten Dinge anstellen kann, man muss es ja nicht übertreiben.

© Keyboard, courtesy of NewBay Media, 2014