Yamaha Montage im Kurztest
Yamaha Montage im Teststudio

Nach rund 15 Jahren löst der Yamaha Montage den erfolgreichen Motif als Synthesizer-Flaggschiff bei Yamaha ab.

Im Grunde besteht der Yamaha Montage aus zwei unterschiedlichen Tonerzeugungssystemen: Der AWM-2 Sektion(Sample-basierend) und der FM-X-Engine (Frequenzmodulation). Gegenüber dem Yamaha Motif wurde der Klangvorrat in der AWM-Sektion ca. verzehnfacht.

Besonders hervorzuheben sind beim Yamaha Montage die Pianos (Yamaha und Bösendorfer) mit einer für Keyboard-Workstations umwerfenden Klangqualität. Für den Orchesterbereich gab es spezielle Sample-Sessions mit dem Seattle Symphonic Orchestra. Daraus resultieren wirklich verblüffend authentische Orchestersounds, die man bisher fast nur von großen Orchesterlibraries gewohnt war.

Der Aufbau des Yamaha Montage

Jeder Synthesizerbereich ist nicht weniger als 128-stimmig polyphon spielbar, das sollte für die meisten Anwendungen reichen. Die Klänge sind als Combinations organisiert, wobei hier nicht mehr wie beim Motiv zwischen Voices und Combinations unterschieden wird.

Yamaha Montage: das gut lesbare, aber etwas kleine Display.
Yamaha Montage: das gut lesbare, aber etwas kleine Display.

Übersicht verleiht dabei ein Farbmonitor, dessen Hauptscreen wie ein Mischpult aufgebaut ist und eine Combination anzeigt.

Diese kann aus bis zu 16 Parts zusammengestellt sein, wobei sich AWM- und FM-Sounds beliebig kombinieren lassen. Bedenkt man, dass jeder Part eigene Effekteinstellungen und Arpeggien (max. 8) beinhalten kann, dann kann man schon ungefähr erahnen, welche Klangvielfalt der Yamaha Montage bietet.

Der FM-Bereich setzt ebenfalls Maßstäbe: 8 Operatoren (beim DX-7 waren es noch 6) lassen sich in 88 Algorithmen zusammenschalten. Das Ergebnis: Ein wahres FM-Klanggewitter. Und wer glaubt, FM-Sounds klingen kühl, der wird sich vom Montage eines Besseren belehren lassen müssen.

Motion Control beim Yamaha Montage

Eine zentrale Bedieneinheit des Montage sind die 8 Drehregler auf der linken Seite, die auf eine Vielzahl von Parametern geroutet werden können. Damit lassen sich Klangveränderungen relativ schnell und einfach bewerkstelligen. Dazu kommt dann noch der sogenannte SuperKnob, eine Art SuperMakro, das dann wieder gleichzeitig die 8 Knöpfe beeinflussen kann. Damit lassen sich also mehrere Parameter zusammen verändern. Das ist so, als hätte man 7 oder 8 Hände für Klangeinstellungen zur Verfügung.

Und man stelle sich noch vor, dass man diese Verläufe je Sound auch noch in einer sogenannten Motion Sequenz abspeichern kann. Das Ergebnis: Ungemein lebendige Klangverläufe, die ganz subtil oder auch extrem sein können. Musikalisch kann man damit besonders Akustiksounds, wie Streicher oder Bläser wirklich ungemein authentisch spielen.

Die Arpeggio-Sektion

Da untertreibt man bei Yamaha ganz schön. Die Möglichkeiten im Arpeggiobereich sind enorm, vielfältige „Begleitungen“ sind dort programmierbar. Scheinbar wollte man da den Begriff „Begleitautomatik“ nicht verwenden, um den Montage nicht aus Versehen in die Nähe eines Personal Keyboards zu rücken.

Außenwelt

Yamaha Montage: Der Super Knob ist wirklich großartig gelungen.
Yamaha Montage: Der Super Knob ist wirklich großartig gelungen.

Der Yamaha Montage verfügt auch über eine USB-Audio-Schnittstelle und kann bis zu das 32 (16 Stereo) Audiokanäle mit 24 bit/44,1 kHz oder 8 (4 Stereo) Audiokanäle mit 192 kHz plus mit dem, was auch immer im Stereo-Audio-Eingang anliegt (regelbar zwischen Mic und Line Level), auf den angeschlossenen Rechner übertragen. Dazu kommen die obligatorischen MIDI-Anschlüsse, Anschlüsse für diverse Fußpedale und -schalter sowie die Möglichkeit, Audio-Aufnahmen direkt auf ein USB-Speichermedium zu schreiben.

Der Klang des Yamaha Montage

Die Klangqualität des Yamaha Montage ist verblüffend: Alles klingt glasklar, satt, lebendig. Egal, ob Piano, Streicher, Bläser, Drumsounds oder synthetische Klänge, alles ist im Überfluss vorhanden.

Yamaha Montage – Fazit

Mit dem Montage setzt Yamaha neue Maßstäbe im Bereich der Keyboard-Workstation und Synthesizer. Er bietet einen ungeheuren Klangvorrat an Natur- als auch synthetischen Sounds in einer wirklich hervorragenden Klangqualität. Besonders ausdrucksstark sind die Möglichkeiten des SuperKnobs und der Motion Control. Gutes Teil!

Alle, die den Yamaha Montage im Detail kennenlernen möchten, sollten sich den ausführlichen Testbericht von den megasynth.de-Kollegen anschauen: Klick hier!

Den Yamaha Montage gibt es in drei Versionen: Montage 6 (Euro 2999), 7 (Euro 3499) und 8 (Euro 3999) mit 61, 76 oder 88 (Hammermechanik-) Tasten.