Für Georg Pommer ist der Circus Roncalli längst nicht alles: Im Interview gibt er uns Einblicke in die Entstehung seines neuen Jazz-Albums.

Was macht ein Zirkus-Kapellmeister eigentlich, wenn er mal nicht über der Manege sitzt und eine Band dirigiert? Genau das haben wir uns auch gefragt – und Georg Pommer gibt dazu bereitwillig Antwort. In seiner (Quasi-)Freizeit (wovon bei neun Monaten Zirkus pro Jahr nicht mehr viel übrig ist) nahm er ein Jazz-Album auf, „NORD“.

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Als gelernter Jazz-Pianist war es für Georg Pommer eine Herzensangelegenheit, ein Projekt in dieser Richtung zu starten. Insgesamt sieben Songs hat er zusammen mit Bassist Fritz Roppel und Schlagzeuger Marcel Mader aufgenommen. Dazu kommen noch drei Live-Aufnahmen von einem Konzert von Ende 2015, das eine sehr lebhafte und tolle Stimmung hatte, wie Georg Pommer erzählt.

Georg Pommer Interview – International

Dass hier keineswegs ein Album irgendwo in einem Schlafzimmer aufgenommen wurde, hört man bereits bei den ersten Tönen. Ein Blick auf die CD gibt zusätzlich Aufschluss: Aufgenommen wurden die Songs 2014 in den Solinger GPM-Studios, zum Mixing ging es in die RainbowStudios nach Oslo, und gemastert wurden alle Tracks schlussendlich bei Sterling Sound in New York City. Kein kleines Unterfangen also!

Dies führte auch dazu, dass der Entstehungsprozess sehr kreativ war, aber doch etwas länger dauerte: Ungefähr ein Jahr dauerte es bis zur Fertigstellung. Man kann schließlich auch nicht immer nach Oslo oder New York fliegen, um neue Mixdowns oder Master zu hören.

Georg Pommer Interview – und wofür?

Bei so einem großen Arbeitsumfang drängte sich dann doch eine Frage auf: wofür das Ganze? Macht es wirklich „Sinn“, „lohnt“ es sich in Zeiten von mp3 und Streaming-Angeboten, derart aufwendig zu produzieren? Georg Pommer zögert beim Antworten auf diese Frage überhaupt nicht und meint: Ja, es lohnt sich! Alleine schon der Anspruch des Künstlers an sich selbst rechtfertigt diese Arbeit, sagt er uns.

Darüber hinaus erklärt er außerdem, wie große Studios – wie zum Beispiel Sterling Sound – sich auf diesen Wandel einstellen: Bucht man eine Session, kann man sich entscheiden, ob man einen Master für iTunes haben möchte oder einen „High End“-Master. Dieser ist dann so konzipiert, dass er auf eigentlich allen Anlagen (im Auto, auf der Stereoanlage zuhause etc.) gut klingt. Auch hier geht man also mit der Zeit und reagiert auf die wandelnden Ansprüche.

Georg Pommer Interview – Jazz bis ins letzte Detail

Die Songs selbst stammen von einem Jazz-Liebhaber, das hört man sofort. Hier hat man sehr genau gearbeitet (selbst noch im Studio, obwohl die Arrangements vorher schon aufgeschrieben waren, wie Georg Pommer im Video erzählt), und diese Liebe zum Detail fügt sich dann zusammen in tolle Songs, allesamt mit eigenem Charakter, die definitiv Lust auf mehr machen.

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