Giorgio Moroder, Foto: Electronic Musician

Das Giorgio Moroder Interview: Er hat Karrieren gemacht, ganze Musik-Genres geschaffen und unzählige No.1-Hits geschrieben und produziert. All dies ist schon, nun ja, ziemlich lange her.

Nun, mit 75, fühlt sich Giorgio Moroder immer noch jung genug, eine neue Karriere als DJ zu starten. Zurück in die Dance-Charts! Und er veröffentlicht sein erstes Album seit Jahrzehnten: Déjà Vu…

Giorgio Moroder Interview – Seine Karriere

Die Einzigartigkeit einer jeden Karriere wird meistens erst dann deutlich, wenn man sie in Ruhe betrachtet. Aber nicht viele können auf so viele Erfolge zurück schauen wie Giorgio Moroder, der gerade nach einer 22 Jahre währenden Pause seinen zweiten Frühling erlebt.

Der Italiener verbrachte zu Beginn seiner Karriere viel Zeit in Deutschland und wurde dort zu einem professionellen Gitarristen und Bassisten. Auch heute hat er noch einen hörbaren, deutschen Akzent. In den späten 60ern bis Mitte der 70er-Jahre veröffentlichte er einige “Bubblegum” Pop-Rock-Alben mit leichtem Beatles-Einschlag und landete so einige europaweite Hits und begeisterte mit neuen Sounds von Synthesizern und modernen Produktionstechniken.

1975 veröffentlichte er das experimentelle Elektro-Album “Einzelgänger” auf seinem eigenen Label Oasis. Das Album wurde höchstens in Deutschland gekauft und floppte. Doch noch im selben Jahr konnte Moroder durch eine Zusammenarbeit mit Donna Summer bei ihrem ersten Disko-Hit “Love to Love you Baby” wieder auf sich aufmerksam machen.

In den folgenden Jahren versuchte sich Moroder immer wieder daran, seine elektronischen Experimente mit Disko-Musik zu verbinden. Beispielsweise auf seinem Alum “Knights in White Satin” oder auf dem Hit “I feel Love”, der im Sommer 1977 zum Meilenstein der Elektroszene und nur mit Hilfe eines einzigen Moog Modularsystems produziert wurde.

Moroder veröffentlichte weiter beeindruckendes Material und arbeitete auch mit anderen Künstlern zusammen. Kurz nach dem Scoring für den Film „Midnight Express“ im Jahr 1978 gelangen ihm weitere Erfolge in der Filmindustrie. Herauszuheben sind an dieser Stelle vor allem die Hitsingles „What a feeling“ (Irene Cara) und „Take my breath away“ von Berlin im Film Top Gun.

In dieser Zeit bewegte sich Moroder zwischen leicht verständlichem bis experimentellen Synth-Pop. Er gibt offen zu, dass er in dieser Zeit zu viele Dinge auf einmal getan hat und in Folge dessen sein Output gegen Ende der 80er Jahre zunehmend sank.

Ein letztes Album im Jahr 1992 mit dem Namen “Forever Dancing” wurde veröffentlicht, ehe er von der französischen Band Daft Punk als Vorreiter der elektronischen Tanzmusik abgelöst wurde. Aufgrund seiner großen Einflüsse auf Daft Punk wurde er von der Band für eine Zusammenarbeit eingeladen: Das Projekt hatte den Titel “Giorgio by Moroder” und wurde auf dem 2013 erschienenen Album “Random Access Memories” veröffentlicht.

Giorgio Moroder Interview – Karriere Teil 2

Ab diesem Zeitpunkt ging es für Moroder Schlag auf Schlag: Er stieg wieder in den Studioalltag ein und begann, modernere Songs zu mischen und zu remixen. Außerdem begann er den Umgang mit Ableton und dem Novation Launchpad zu erlernen und startete eine DJ-Karriere.

Sein neues Album “Deja Vú” erschien am 16. Juni diesen Jahres und zeigt, wie modern Moroders neuer Style klingt. Viele Titel besitzen dasselbe Feeling, mit pulsierenden Flächen, Strings und funky Gitarren, wie früher. Doch seine Soundpalette und die Wahl der Sänger haben sich an den modernen Wandel angepasst.

Sängerinnen wie Charlie XCX, Britney Spears und Foxes haben als Feature auf dem Album Platz gefunden und die Dance-Titel “Right Here, Right Now” feat. Kylie Minogue und „Déjá Vú“ feat. SIA entern bereits die amerikanischen Charts.

Es muss nicht unbedingt stimmen, dass alles Alte irgendwann neu erscheint, doch Giorgio Moroder ist in diesem Jahr der Beweis hierfür.

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