Der Proberaum: 5 Dinge, die ihr beachten müsst!

Einen geeigneten Proberaum zu finden ist nicht gerade einfach. In unserem Feature “Proberaum Tipps” geben wir euch 5 Empfehlungen und erklären, wie ihr euch vielleicht sogar einen komplett sparen könnt…

Einen Proberaum zu finden war schon immer eine – wenn nicht die größte – Herausforderung, die kleinere Bands zu bewältigen haben. Das Fehlen eines geeigneten Raums zum Üben hat schon so manche Band platzen lassen, bevor sie überhaupt richtig anfing. Während man bei diesem Punkt durchaus verzweifeln kann, hat man tatsächlich mehrere Optionen zur Auswahl, die einem zunächst vielleicht gar nicht so einfallen.

Proberaum Tipps: Anmieten ist eine Variante

Die häufigste Option ist, einen Proberaum anzumieten. Das ist jedoch für mich persönlich die schlechteste Wahl: zumeist muss man nicht gerade wenig Geld für einen kleinen Raum in einem nicht gerade tollen Stadtteil zahlen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Wenn man jedoch keine andere Wahl hat und tatsächlich einen Proberaum mieten muss, dann sollte man dort keine teuren Instrumente oder Equipment dauerhaft dort stehen lassen, sondern nach jeder Probe zusammenpacken und mitnehmen. Das ist zwar wirklich nervig und zeitraubend, aber besser das, als nach einem Einbruch ohne Equipment dazustehen. Proberäume sind nämlich beliebte Ziele für Einbrecher.

Auch wenn man den Raum mit einer anderen Band teilt (und so die Miete geringer ausfällt), sollte man seine Habseligkeiten mitnehmen. Davon abgesehen kann so ein Teilen auch noch andere Probleme mit sich bringen…

Proberaum Tipps: versichern und dokumentieren

Wenn man es finanziell stemmen kann, ist eine Versicherung des Equipments sinnvoll. In diesem Falle sollte man Quittungen behalten, Seriennummern aufschreiben und Fotos machen, um für den worst case abgesichert zu sein. Eine ebenso gute Idee ist es, nur günstiges oder gebrauchtes Gear im Proberaum zu haben. Sollte nämlich doch etwas damit passieren, ist das nicht ganz so schmerzhaft – und das Ersetzen wird günstiger. Davon unabhängig sollte man trotz eine detaillierte Liste anlegen.

Proberaum Tipps: Andere Räumlichkeiten

Ich denke, dass es wesentlich bessere Möglichkeiten gibt, als einen Raum anzumieten; zum Beispiel, bei jemandem zuhause zu proben. Wenn zwei oder mehr Bandmitglieder es mit der Musik wirklich ernst meinen, wieso könnten sie sich nicht ein größeres Haus anmieten? Vielleicht hat auch jemand aus dem erweiterten Umkreis der Band (Freund/Freundin, Eltern, andere Verwandte etc.) ein Haus. Selbst wenn der Eigentümer eine kleine Miete erhebt, ist diese meistens sehr viel niedriger als ein “typischer” Proberaum. Sicherer ist es auch allemal.

Proberaum Tipps: Tiefe Frequenzen verteilen sich durch die Wände im ganzen Haus.
Proberaum Tipps: Tiefe Frequenzen verteilen sich durch die Wände im ganzen Haus.

Das typische Problem sind dann natürlich die Nachbarn – vor allem bei Metal- oder Core-Musik, Gangsta Rap & Co. Hier sollte man einfach mit den Nachbarn reden: Wann sind diese weg, wann kann man loslegen? Wenn ein Nachbar an die Tür klopft und sich mit der „Band in der Nachbarschaft“-Idee nicht anfreunden können, dann ist es oft so, dass ein anderes Problem die eigentliche Ursache ist. Dann sollte man schauen, ob man dieses Problem finden und es gemeinsam lösen kann.

Der Raum, in dem die Band probt, sollte akustisch isoliert sein. Das Schlagzeug und der Bassamp sollten möglichst nicht direkt auf dem Boden stehen, da tiefe Frequenzen durch die Wände „wandern“. Ideal ist ein Kellerraum, in dem die Band probt.

Proberaum Tipps: Wenn mehr Ärger im Hause steht

Lädt man sein Equipment ein oder aus, sollte man versuchen, dass die Nachbarschaft möglichst wenig davon mitkriegt: Das Auto sollte so nah wie möglich am Haus geparkt werden, am besten in einem Carport oder in der Garage. Schließlich muss nicht jeder mitkriegen, wie viel Equipment sich in diesem Haus befindet – und wie teuer es ist. Schlussendlich bleibt zu sagen, dass man sich immer respektvoll zeigen sollte – den Nachbarn und natürlich auch den Ordnungshütern gegenüber.

Dass die nämlich mal vorbeikommen und fragt, ob man etwas leiser proben könnte, ist gut möglich. Aber die meisten hören selber gerne Musik, also von daher alles gut!

Proberaum Tipps: Der effektivste Weg

Der praktikabelste Weg, in einem Haus zu proben, ist ein elektronisches Drumkit. Die Drummer dieser Welt werden mich dafür wahrscheinlich steinigen, aber es gibt eine Menge Gründe, wieso die ganze Band – auch der Drummer – davon profitieren.

Die kleinen Einschränkungen bei einem E-Drumset sind dabei eigentlich nicht der Rede wert. Mit der Qualität der heutzutage erhältlichen Sets macht man erstens überhaupt nichts falsch (siehe dazu auch unseren Yamaha DTX582K Testbericht), und außerdem sollte eh jeder Drummer für Übungszwecke eins zuhause haben.

Proberaum Tipps: E-Drumsets können mitunter die Suche nach einem Proberaum komplett wegfallen lassen.
Proberaum Tipps: E-Drumsets können mitunter die Suche nach einem Proberaum komplett wegfallen lassen.

Dabei kann man live ja immer noch mit einem akustischen Set spielen – aber man wird überrascht sein, wie viele Drummer live ihre Trommeln auch schon triggern. Und wenn man Probleme hat, vom E-Drumkit aufs akustische Drumset zu wechseln, kann man immer noch vor einem Gig zwei, drei Mal auf seinem “echten” Schlagzeug spielen (und für diesen Zweck Räumlichkeiten stundenweise mieten, was recht günstig ist).

Der offensichtlichste und wichtigste Grund für ein E-Drumset ist natürlich die geringe Lautstärke. Das eliminiert direkt viele Probleme auf einmal – beispielsweise auch die Suche nach einem Proberaum. Wenn nämlich alle leise spielen (können), kann man auch einfach zuhause proben, und so sein Geld in andere, wichtigere Bereiche investieren.

Die Lautstärke-„Kriege“ werden so auch unterbunden: Wenn der Gitarrist mal wieder aufdreht, spielt der Drummer härter, der Bassist macht sich lauter, der Sänger auch und so weiter. Das ist nicht nur nicht gut für die Ohren, sondern auch nervig, und nicht förderlich für das Zusammenspiel der Band – beim Üben und auch auf der Bühne.

Proberaum Tipps: Noch mehr Vorteile

Die Sounds von E-Drumsets sind mittlerweile nicht nur wirklich gut, sondern die Drummodule ermöglichen das Samplen und Importieren von anderen Sounds. Auch für Aufnahmeprojekte ist ein E-Drumset eine gute Wahl, da das Editieren von Fehlern wesentlich schneller und unkomplizierter ist. Heutzutage wird keiner den Unterschied merken – oder sich darum kümmern.

Schlussendlich macht sich ein E-Drumset auch finanziell bezahlt. Zwar kostet es in der Anschaffung natürlich mehr als das Mieten eines Proberaums, aber auf lange Sicht ist es günstiger. Außerdem ist es einsetzbar bei Bandaufnahmen und es hilft beim Zusammenspiel der Band. Deswegen kann man übrigens auch ruhig den Rest der Band fragen, ob man sich eine solche Anschaffung nicht aufteilen kann.

Ein E-Drumset kann eine ganze Band nach vorne bringen. Diese Überlegung mag zwar zuerst unbeliebt sein, aber die Entscheidung für eine bestmögliche Probe kann auch die Richtige für einen Proberaum sein.