Audified MixChecker Plugin im Test

Im Studio klingt der Mix natürlich großartig – oder sollte er zumindest. Auf anderen Systemen ist das aber nicht unbedingt der Fall – und da kommt der MixChecker ins Spiel. Im Audified MixChecker Test erklären wir, wieso das Plugin wirklich sinnvoll ist.

Heutzutage weiß man nie, was mit einem gemasterten Track passiert, wenn er abgespielt wird. Immerhin ist es möglich, dass er über billigste In-Ear-Kopfhörer gehört wird, oder über Desktop-Lautsprecher…oder einem Tablet, Smartphone, einem Fernsehen, Laptop-Lautsprecher oder – man mag es kaum glauben! – über ein HiFi-System.

Früher hatte ein Tonstudio Studio Monitore, die zum Mixen gebraucht wurden. Wenn das erledigt war, hat man auf seine kleinen Auratones gewechselt, und vielleicht hat man noch eine Kassette gemacht und die im Auto gehört. Das war einmal, aber die Notwendigkeit zum „Probehören in der richtigen Welt“ ist größer denn je. Und da kommt das Audified MixChecker Plugin ins Spiel.

Audified MixChecker Test: Klingt eins schlecht – klingt alles schlecht

Auf einem Mastering-Seminar beklagte ich mich einmal darüber, dass es immer Systeme geben würde, auf denen mein (im Schweiße meines Angesichts erstellter) Master schlecht klingen würde. Nachdem einige aus der Zuhörerschaft zurecht einwarfen, dass auf diesen Systemen dann jede Musik schlecht klingen würde, war ich zwar etwas beruhigt. Aber trotzdem war ich früher wie heute ein Fan von Testläufen, sodass ein Mixes überall zumindest annehmbar klingt. Dieses Konzept gibt es dank des Audified MixChecker jetzt auch.

Das Plugin (als VST 2, VST 3, AU und AAX erhältlich) simuliert 12 Abspielgeräte aus der echten Welt. Wichtig dabei: Audified MixChecker ist nicht vergleichbar mit der VRM Box von Focusrite; diese zielt ja auf die Emulation von verschiedenen Lautsprechern und Räumen.

Nein, hier hat Audified verschiedene Beispiele eines jeden Abspielgeräts gemessen und daraus einen Durchschnitt ermittelt. Das macht durchaus Sinn, denn zwei Smartphone-Modelle haben ja zwar nicht die gleichen Werte, wohl aber ähnliche Charakteristiken.

Audified MixChecker Test: das ist drin

Im Audified MixChecker befindet sich ein normaler Studio Monitor, ein Studio Monitor in Richtung Auratone, ein Kopfhörer, ein Smartphone, Tablet, Laptop-Lautsprecher, ein Auto, ein Fernsehen, ein kleines Hi-Fi-System, ein Radio, „normale“ Computer-Lautsprecher und die kleinen Ohrstöpsel, die bei jedem Smartphone beigelegt sind.

Für mich repräsentieren die Modelle nicht nur einfach irgendeinen Durchschnitt, sondern eher schon ein „Worst Case“. Das ist aber ja eigentlich genau das, was man erzielen möchte! Wenn ein Mix in all diesen Umgebungen „überlebt“, dann hat man tatsächlich alles richtig gemacht, und der Hörer hört zumindest eine Annäherung von dem, was man eigentlich im Sinn hatte.

Audified MixChecker Test: in der Praxis

Der MixChecker ist sehr einfach in der Benutzung. Als erstes kann man einstellen, auf was für Studio Monitoren man arbeitet: 5“ oder 8“ Lautsprecher oder auf Kopfhörer. Wenn man große und „richtige“ Abhörsysteme nutzt, kann man diese Umwandlung auch einfach abstellen.

Danach wird’s interessant. Durch das einfache Anklicken der Buttons in dem Plugin kann man hören, wie der Mix tatsächlich am Ende klingt. Es ist hier nochmals zu betonen, dass der Audified MixChecker kein spezielles Smartphone oder ähnliches simuliert, sondern einen statistischen Mittelwert wiedergibt.

Von Audified MixChecker gibt es ein Ankündigungsvideo, das erste klangliche Anhaltspunkte gibt:

So kann es zum Beispiel passieren, dass man der Meinung ist, dass die Kopfhörer, die man nutzt, wesentlich besser klingen als das, was der Audified MixChecker in dieser Option ausgibt. Da hat man wohl einen besseren Geschmack als die meisten anderen Konsumenten. Das Gleiche gilt natürlich auch zum Beispiel für die Ohrstöpsel. Ich habe schon so akkurate Ohrstöpsel genutzt, dass diese selbst so manchen teuren Kopfhörer in den Schatten gestellt haben…und auch so schlechte benutzt, dass ich dachte, sie seien kaputt. Der MixChecker gibt einem also nicht diese vielen Variationen, sondern einen Mittelwert.

Audified MixChecker Test: der Hintergrund

Auf den ersten Blick kann beim Audified MixChecker vor allem der recht hohe Preis (149$) für so ein „simples“ Produkt verwirren. Als Erklärung dazu hat Audified einen Artikel im Blog gepostet, der den Entstehungsprozess des MixChecker erklärt. Das erklärt nicht nur den Preis, sondern ist auch interessant!

Man sollte noch erwähnen, dass der Audified MixChecker iLok-Schutz nutzt, man braucht jedoch nicht den Dongle an sich, nur den Lizenzmanager. Dazu gibt Audified zwei Codes pro Kauf heraus – man kann den MixChecker also gleichzeitig auf zwei verschiedenen Computern nutzen. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel im größeren Team arbeitet und man A/B-Vergleiche machen möchte.

Audified MixChecker Test: Fazit

Audified bietet für das Plugin eine Demo, die auf 30 Tage begrenzt ist. Damit kann man super herausfinden, ob der MixChecker nützlich ist. Es ist auf jeden Fall wesentlich angenehmer als die „Old-School“-Variante, bei der man tatsächlich jedes Produkt einzeln austesten musste. Heute reicht einfach ein Insert-Effekt im Master-Bus, und fertig ist die Kiste.

Ich empfehle tatsächlich ein vorheriges Ausprobieren – das oben verlinkte Video gibt aber zumindest klanglich schon einen ersten Eindruck.

Hier geht’s zur Produktseite.