Die PreSonus R80 sind aktive Zwei-Wege Studio-Monitore mit eingebautem DSP zur Anpassung an die Raumakustik. Wie sie sich in unserem Studio schlagen, zeigt dir unser Video-Test.

PreSonus R80 mit schwarzer Front
Die schwarze Front wird von PreSonus gleich mitgeliefert.

Die PreSonus R80 sind klassische aktive Nahfeldmonitore. Ihre integrierten Endstufen liefern für den Low-Frequency-Bereich 100 und für den High-Frequency-Bereich 50 Watt. Angetrieben werden damit ein 8-Zoll-Kevlar-Treiber und ein 6,8 Quadrat-Inch Bändchenhochtöner. Die Trennfrequenz liegt bei 2,6kHz.

Der Frequenzgang der PreSonus R80 reicht laut Hersteller von 40 Herz bis 22 Kiloherz und der maximale Schalldruckpegel in einem Meter Abstand liegt bei 107dB. Auch diese Studiomonitore haben eine Einschaltverzögerung um die Transienten abzufangen und so die Lautsprecher zu schonen. Das funktioniert sehr gut!

Ich persönlich mag ja Farbe im Studio sehr gerne, aber für alle, die lieber komplett schwarze Lautsprecher haben wollen,  liefert PreSonus für die R80 gleich eine schwarze Frontabdeckung mit. Einfach 6 Inbus-Schrauben lösen, Abdeckung tauschen und Schrauben wieder reindrehen – fertig!

PreSonus R80 Nahfeldmonitore mit DSP

PreSonus R80 Inputs
XLR, symmetrische Klinke und Cinch stehen als Eingänge bereit.

Auf der Rückseite der PreSonus R80 befinden sich die Eingänge. Es gibt es XLR, symmetrische Klinke und sogar Cinch. Damit sollten die Studio-Boxen überall Anschluss finden.

Kommen wir zum DSP der PreSonus R80. Im Bereich „Akustik Tuning“ gibt es drei Funktionen:

Acoustic Space dämpft bei Bedarf alle Frequenzen unterhalb von 250 Hz um einstellbare 1,5, 3 oder 6dB. Damit lässt sich zu lauter Bass-Pegel auszugleichen, wenn die Boxen – wie auch bei uns im Video zu sehen – nah an einer Wand aufgestellt werden.

PreSonus R80 DSP-Funktionen
Im Bereich “Acoustic Tuning” können Anpassungen vorgenommen werden.

Der HF Driver kann den Signalpegel im Frequenzbereich ab 2 kHz um den einzustellenden Wert ( +1 dB, -1,5 dB oder -4 dB) anheben oder absenken. Die Bedienungsanleitung empfiehlt, hier nur im Notfall ranzugehen, beispielsweise wenn es im Raum Reflektionen oder Frequenzlöcher gibt. PreSonus selbst gibt an, dass man die besten Ergebnisse in der Regel im linearen Betrieb erzielt.

Mit dem HP Filter lassen sich alle Frequenzen unterhalb der einstellbaren Grundfrequenz (60, 80 oder 100 Hz) mit einer sehr großen Flankensteilheit von 24dB pro Oktave absenken. Nimmt man hier die Bässe weg, kann man die Studiomonitore auch mit einem optionalen Subwoofer betreiben. Dies bietet sich zum Beispiel an, wenn die PreSonus R80 auch als Ersatz für große Studiomonitore herhalten sollen.

PreSonus R80 Studiomonitore in der Praxis

Die Stereo-Ortung habe ich im Video am Beispiel der Drums des Tracks vorgeführt. Hier saßen Kicks und Claps streng in der Mitte, während ich die Hi-Hats und Percussion im Panorama verteilt habe. Die PreSonus R80 waren hier sehr präzise und lieferten ein schönes Stereo-Bild.

Die schnellen Bändchenhochtöner sind ja wie geschaffen für eine gute Transientenübertragung. Das kam mir beim Abmischen eines Progressive-House-Tracks mit vielen knackigen Elementen natürlich sehr entgegen.

Auch die Tiefenstaffelung kam bei den PreSonus R80 sehr gut rüber. Ich setzte mehrere Hallräume und 3D-Delays auf verschiedenen Sounds ein, um diese in der Tiefe unterschiedlich zu positionieren, wie man im Video auch hören kann.

PreSonus R80 im Studio
Die PreSonus R80 in unserem Teststudio

PreSonus R80 Sound

Die knackige Transientenübertragung habe ich ja bereits erwähnt. Insgesamt liefern die PreSonus R80 ein recht ausgewogenes Klangbild. “Einhören” ist aber wie bei jeder neuen Box auch hier Pflicht. Ich selbst habe auch nicht einfach den Track abgemischt, sondern mir im Vorfeld einige Stunden Zeit genommen, um verschiedene Songs, deren Klangbild ich gut kenne, auf den PreSonus R80 anzuhören.

Der Bassbereich der PreSonus R80 ist für Nahfeldmonitore ausreichend, auch wenn bei den angegebenen 40 Hz nicht wirklich viel kommt. Bis unter 70 Hz war aber alles prima. Wer also auch noch unterhalb des Netzbrummens Sounds platzieren will, der sollte zu einem der optionalen Sub-Woofer greifen, die PreSonus im Programm hat.

PreSonus R80 Testfazit

Die PreSonus R80 sind sehr präzise und bei einem Stückpreis von knapp 500 Euro bei der Größe sogar recht günstige Nahfeldmonitore. Mit dem Preis liegen sie nämlich etwas oberhalb der “bis 300-Euro-Klasse”, in der sich sehr viele Monitore tummeln, sind aber immer noch deutlich günstiger als die nächste Preisklasse,  die erst oberhalb von 1.000 Euro losgeht.

Sehr gut gefallen haben mir die präzise Transientenabbildung und die große Stereobreite. Damit macht das Mixen und Hören Spaß.