RME Babyface Pro Test

Klein, handlich und vielseitig. Wie viel das neue Babyface Pro kann, erfahrt ihr in unserem RME Babyface Pro Test!

RME steht nicht erst seit dem Babyface für professionelle Audiogeräte mit ebenso professionellem Anspruch. Dass man sich aber auf seinem Ruf nicht ausruht, sondern kontinuierlich nach vorne denkt, das merkt man schon an der Beschreibung des neuen RME Babyface Pro: Dieses ist „Reengineered, not remastered“. Dieser Aus- und Anspruch macht schon mal Lust auf mehr.

RME Babyface Pro Test – Optik und Haptik

RME Babyface Pro Test: Das Babyface Pro kommt ordentlich verpackt an - der sichere Transport ist so garantiert.
RME Babyface Pro Test: Das RME Babyface Pro kommt ordentlich verpackt an – der sichere Transport ist so garantiert.

Dass man zweifelsohne etwas „Ordentliches“ vor sich hat, das merkt man schon beim Auspacken. Öffnet man das mitgelieferte Plastikcase, so strahlt einen das RME Babyface Pro an, das aus einem Aluminiumblock gefertigt wurde und so sehr edel aussieht.

Davon profitiert aber nicht nur das Auge des Besitzers, der ein schönes Stück Equipment in sein Studio integrieren kann. Durch die robuste Bauweise kann das Interface auch zweifellos in jeder Umgebung bestehen und bei unliebsamen Begegnungen mit anderem Equipment muss man sich nicht gleich Sorgen machen, dass etwas kaputtgegangen ist. Die sehr rutschfesten Gummifüße sorgen für zusätzlichen Halt.

Ebenfalls gut gelungen sind die zum Teil leicht im Gehäuse versenkten Anschlüsse. So sitzt beispielsweise der MIDI- und der „lebensnotwendige“ USB-Anschluss ca. einen halben cm im Gehäuse. Das stellt sicher, dass einmal hergestellte Verbindungen nicht aus Versehen wieder getrennt werden. Auch der optional nutzbare Stromanschluss, den man zur Entlastung der USB-Schnittstelle nutzen kann, wird durch einen Drehmechanismus vor kleineren Unfällen geschützt. Clever!

Generell gesprochen kann man alles kurz zusammenfassen: Beim RME Babyface Pro wackelt nichts, alles ist auf höchstem Level verbaut.

RME Babyface Pro Test – Sechs Knöpfe, dann dreht sich alles

Die Steuerung des RME Babyface Pro gestaltet sich als äußerst einfach. Kein Wunder: Die Bedienungsoberfläche ist so intuitiv wie möglich gehalten. Sechs Regler und ein Drehrad reichen, um durch die verschiedenen Eingänge und Einstellungsmöglichkeiten zu schalten.

RME Babyface Pro Test: Die Oberseite des Babyface mit den hochwertig verbauten In- und Outputs.
RME Babyface Pro Test: Die Oberseite des RME Babyface Pro mit den hochwertig verbauten In- und Outputs.

Beginnen wir links oben, so sehen wir zunächst den In-Schalter. Dieser schaltet durch die verschiedenen Eingänge durch (1/2 sind die XLR-Eingänge, 3/4 die an der Seite befindlichen Line-Eingänge und der optische Eingang, der als ADAT bzw. SPDIF arbeiten kann, wobei das Gerät automatisch das Signal erkennt). In Kombination mit der Select-Taste, dem Drehregler und der Set-Taste kann man hier jeweils nur einen spezifischen Kanal anwählen, Phantomspeisung auf einen (oder beide) XLR-Eingänge und auch Gain auf die Kanäle geben. Die Tasten liegen dabei auch leicht in der Hand, lediglich der Druckpunkt ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig.

Mit Out kann man, wer hätte es gedacht, die Ausgangspegel anwählen und einstellen. Als optische Hilfe dienen hierbei immer die sehr schön ablesbaren LED-Bänder und Status-LEDs, mit denen man einen wirklich guten Blick über alle Ein- und Ausgänge hat. So wird zum Beispiel auch direkt angezeigt, wenn es Probleme mit den optischen Signalen gibt. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung verrät einem dann, wo der Schuh drückt. Mit der DIM-Taste unten rechts senkt man den Pegel für den Main Out ab und auch die Recall-Funktion der mitgelieferten und sehr vielseitigen TotalMix FX-Software wird hierüber gesteuert.

RME Babyface Pro – TotalMix FX

Apropos TotalMix FX: erst damit entfaltet das RME Babyface Pro alle Vorzüge. Natürlich ist es auch vorher ein sehr verlässliches und hochwertiges Audio-Interface, das in praktisch jedem Studio als Herzstück eingesetzt werden kann. Abhängig jedoch vom genauen Einsatzzweck oder der Nutzung anderer Geräte hilft die TotalMix FX-Software dem Nutzer enorm.

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So lassen sich Kopfhörermixes erstellen, Ein- und Ausgänge beliebig routen, externe Effektgeräte integrieren oder auch das Eingangssignal direkt zum Playbacksignal direkt hinzumischen. Dabei bleibt das Eingangssignal (außer in ein paar besonderen Situationen) und der -pegel immer komplett unberührt, wodurch auch andernfalls vielleicht kompliziertere Aufnahmesituationen entschärft werden können.

Durch die mittlerweile erhältliche TotalMix FX for iPad-App gibt es mittlerweile auch eine mobile Version der Software. Dies unterstreicht die mobile Komponente des RME Babyface Pro und macht das Gesamtpaket nochmals flexibler.

RME Babyface Pro Test – Der „Klang“ und die Soundqualität

Bei einem Audio-Interface über den Klang zu schreiben ist immer etwas paradox. Idealerweise sollte ein solches Interface selbst dem einkommenden Signal ja möglichst keine Verfärbung mitgeben (analoge Geräte davon mal ausgenommen), also gar keinen Klang an sich haben.

Das ist beim RME Babyface Pro auch der Fall. Das Eigenrauschen ist nahezu nicht vorhanden, der Klang sehr transparent. Gerade hier merkt man eben am schnellsten, wenn hochwertige Komponenten eingesetzt wurden.

RME Babyface Pro Test: Die linke Seite mit USB- und Stromversorgung. Den Stromanschluss braucht man nicht unbedingt.
RME Babyface Pro Test: Die linke Seite mit USB- und Stromversorgung. Den Stromanschluss kann man zur Unterstützung mit nutzen.

Über jeden Zweifel erhaben ist man außerdem bei der Aufnahmequalität. Nicht nur, dass man mit bis zu 24 bit und 192 kHz Abtastrate aufnehmen kann, sondern diese Werte sind dank des Direct Digital Synthesizers auch frei einstellbar (anstatt der normalen, „festen“ Werte von 44,1kHz, 88 kHz usw.). Anzumerken ist hier lediglich, dass die Anzahl der ADAT-Eingänge bei hohen Abtastraten reduziert wird – was durchaus verständlich und normal ist. Theoretisch kann man aber auch das umgehen, indem man mehrere RME Babyface Pro miteinander verbindet.

Auch andere Änderungen im System selbst, wie zum Beispiel das Einstellen der Puffergröße, sind schnell gemacht. Hierbei ist es schön, dass diese Änderungen zum Großteil während des laufenden Betriebs durchgeführt werden können. So behindert man einen Aufnahmeprozess nicht und wird nicht durch technische Einstellungen abgelenkt.

RME Babyface Pro Test – Fazit

Was erwartet man von einem Audio-Interface? Das ist bei einer Kaufentscheidung die wahrscheinlich zentrale Frage, gerade in diesem Produktsegment. Es gibt viele kostengünstige Lösungen, die auf den ersten Blick vielleicht verlockend erscheinen, in der Praxis jedoch irgendeinen lästigen Haken aufweisen. So hat man schnell etwas gekauft, was man hinterher bereut.

Beim RME Babyface Pro wird dies nicht passieren. Hier hat man ein Audio-Interface, was von vorne bis hinten durchdacht ist – eben „reengineered, not remastered“. Egal, ob es das robuste Äußere ist, das in der Lage dazu ist, viele unterschiedliche Signale in höchster Qualität aufzunehmen, die flexiblen Möglichkeiten mit der TotalMix FX-Software oder das Anschließen anderer Geräte, hier hat man ein durch und durch professionelles Gerät, das in jeder Situation zu überzeugen weiß.