SPL Creon im Test

Mit dem SPL Creon kommt eine abgespeckte Version des erfolgreichen Crimson auf den Markt. Was das USB-Interface kann, erfahrt ihr im SPL Creon Test!

Wie auch der Crimson ist der SPL Creon eine Kombination aus USB-Audio-Interface und Monitor-Controller. Das System bietet sich für Nutzer an, die ihre Aufnahmen nicht über einen externen Mischer mit angeschlossenen Monitoren laufen lassen, sondern zum Mixdown die Mischfunktion der verwendeten DAW (Cubase, Logic, Cakewalk etc.) im Rechner nutzen.

Da man das daraus resultierende Stereo-Signal natürlich auch über seine Monitorboxen abhören und in der Lautstärke regeln können muss, bietet es sich an, Audio-Interface und Monitorsteuerung in einem Gerät zu vereinen. Das Studio besteht dann aus dem Rechner, dem SPL Creon und zwei aktiven Monitorboxen.

SPL Creon Test – Überblick

Konnte man im Crimson zwischen zwei verschiedenen Boxenpaaren hin- und herschalten, so ist beim SPL Creon nur der Anschluss eines Boxenpaares vorgesehen. Dies dürfte im Heimstudio oder auch kleinen Projekt-Studios die Norm sein. Oftmals reicht das Budget reicht ja nur für ein Paar guter Monitorboxen aus.

Die Lautstärke des Mixes regelt man beim SPL Creon über einen gut dimensionierten Volume-Knopf, der optimal in der Hand liegt.

In der Mitte des SPL Creon befinden sich eine Reihe von beleuchteten Tastern. Der DIM-Taster reduziert sofort die Gesamtlautstärke, ohne die eigentliche Einstellung zu verändern (z.B. wenn das Telefon klingelt). Zusätzlich zur Abhöre per Monitorboxen kann man auch das Signal via Kopfhörer  abhören, wobei der Anschluss dafür sinnvollerweise auf der Vorderseite liegt. Die Kopfhörer-Lautstärke ist separat regelbar.

Kommen wir zu den Eingängen des SPL Creon. Wie auch beim Crimson gibt es zwei Mikrofoneingänge. Beide verfügen über XLR-Eingänge, 48V-Phantomspeisung und einen zuschaltbaren Highpassfilter (6dB/Oktave bei 75 Hz), der etwaige Rumpel-Geräusche im tiefen Frequenzbereich eliminiert. Auch die verbauten Mikrofonvorverstärker sind allererster Güte, wobei beide Eingänge jeweils regelbar sind (Mic Gain).

SPL Creon Anschlüsse
Die Anschlüsse des SPL Creon auf der Rückseite

Ein Anschluss für ein hoch-ohmiges Signal (Gitarre oder Bass) befindet sich auf der Frontseite. Auch dieser Eingang des SPL Creon verfügt über einen Gainregler.

Alternativ zu den Mikrofonanschlüssen bietet der SPL Creon auf der Rückseite Line-Eingänge 1L/2R (z.B. für Keyboards). Dabei ist zu beachten, dass man die Mikrofon- und die Line-Eingänge nur alternativ nutzen kann. Der Creon kann nur zwei analoge Signale gleichzeitig verarbeiten. Sind die Line-Eingänge und die Mic-Eingänge belegt, dann haben stets die Line-Anschlüsse Vorrang. Das ist vielleicht das einzige, was ich bemängeln kann. Um dann die Mikrofone nutzen zu können, muss ich die Line-Verbindung kappen. Einen Wahlschalter hätte ich besser gefunden.

Zum Anschluss von weiteren Stereo-Quellen (CD-Spieler, mp3-Player oder ähnliches) stehen beim SPL Creon noch symmetrischen Klinken und unsymmetrische Cinch-Buchsen zur Verfügung. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man seinen Mix mit anderen Produktionen vergleichen möchte.

Für die Eingangskontrolle stehen dann noch zwei 3-stufige LED-Anzeigen zur Verfügung. Nicht üppig, aber ausreichend.

Auf der Rückseite des SPL Creon befindet sich der USB 2.0-Anschluss, um mit dem Rechner und dem entsprechenden DAW zu kommunizieren. Die Klangqualität der Wandler genügt bei einer 24 bit/192 kHz Wandlung absolut professionellen Ansprüchen.

SPL Creon Test – Signalverteilung

SPL Creon in der Draufsicht
Der SPL Creon erklärt sich quasi von selbst!

In der Mitte des SPL Creon finden wir eine Reihe von Tastern, die bei Aktivierung leuchten. Hier kann man aussuchen, welche(s) Signal(e) man hören möchte:

1/2: Mic oder Line Inputs (auch mono schaltbar, z.B. wenn man mit einem Mikro Gesang aufnimmt, der im Panorama in der Mitte zu hören sein soll.)

DAW 1/2: Der Stereomix der DAW

Jack und RCA: Die weiteren angeschlossenen Stereo-Quellen (z.B. CD-Spieler).

Bleibt nur noch der Regler Monitor-Mix, der das Verhältnis des DAW-Mixes zu den Eingangsquellen regelt: In der Regel will derjenige, der gerade ein Instrument einspielt oder singt, sich dabei lauter hören, als es nachher im Mix erforderlich ist. Dazu dient dann dieser Regler.

SPL Creon Test – Verarbeitung und Handling

Der SPL Creon kommt in einem schweren Metallgehäuse als Desktopversion. Das Gerät ist äußerst stabil und auch schwer, so dass es auf dem Desktop auch nicht verrutschen kann. Hier hat man größten Wert auf Qualität gelegt, aber das ist bei SPL ja schon Standard. Man bietet den Creon sogar noch alternativ in weiß (für die Apples dieser Welt) oder schwarz an. Man hatte also sogar noch einen Kopf für modische Gedanken ;-)

Was mir gut gefällt: Die Bedienungsanleitung des SPL Creon kommt mit 2 (zwei!) Seiten aus, die man eigentlich gar nicht braucht, denn der SPL Creon ist logisch aufgebaut und selbst erklärend. Die, die es dennoch ganz genau wissen möchten, finden eine ausführliche Beschreibung im Netz zum downloaden.

SPL Creon Test – Fazit

Der SPL Creon ist empfehlbar für alle, die die größere Ausstattung des SPL Crimson nicht brauchen. Es vereint ein professionelles Audiointerface und einen Monitorcontroller in einem Gerät, was Platz und Verkabelung spart. Die SPLer, die das Gerät konzipiert haben, stammen aus der Praxis, das merkt man an allen Ecken und Enden.

Der SPL Creon kann schnell und ohne Probleme zum Mittelpunkt eines Software-basierten Studios werden. Empfehlenswert!

Preise: UVP 479 Euro, während der Crimson bei 629 Euro liegt.