Toto XIV: Gruppenfoto im Capitol Studio B, Foto: Alex Kluft, Mix Publications
Gruppenfoto im Capitol Studio B, Foto: Alex Kluft, Mix Publications

Tolle Musiker, phantastische Songs und eine wahre “Band of Brothers”. Alles an Toto XIV bringt die Band an jenen Ort zurück, an dem sie 1977 als Kumpels starteten.

Die Aufnahmesituation – lediglich eine Handvoll Menschen, die zusammen in CJ Vanstons Regie Musik machen. Hinzu kommt eine Lounge, ein Whirlpool, Billard und Videospiele – und mit Vanston an den Reglern entsteht so das erste gemeinsame Toto-Studioalbum seit 2006.

Die Atmosphäre ist mindestens genauso gut wie bei ihrem Album Toto IV aus 1982, welches sechs Grammys gewann. In dem gemütlichen Studio, da sind sich Steve Lukather, Steve Porcaro, Joseph Williams und CJ Vanston (David Paich war im Urlaub) einig, fühlt sich der 10-monatige Aufenthalt wieder als Band-Projekt an – alles in Gedenken an die große Vergangenheit mit Musik der Gegenwart: „Dies ist das erste Mal seit den 80ern, dass wir an einem Album gemeinsam arbeiten“, sagt Lukather. „Wir haben eigentlich immer versucht, an allen Dingen zusammen zu schrauben. Aber es ist das erste Mal, dass wir wieder engagiert als Einheit funktioniert haben. Ich habe CJ mit ins Boot geholt, denn er ist der richtige Mensch dafür, um uns a) motiviert und engagiert zu halten und b) dafür zu sorgen, dass wir uns gegenseitig nicht umbringen, denn wir können sehr leidenschaftlich werden, wenn es um bestimmte Dinge geht.“

„Ich denke immer, ich mache nicht meinen Job, wenn ich die anderen nicht nerve“, wirft Porcaro ein. „Du hast einen großartigen Job gemacht!“, sagt Lukather – und alle lachen!

TOTO XIV – alte Bekannte

Toto XIV CJ Vanston mit Joseph Williams im Treehouse, Foto: CJ Vanston, Mix Publications
Foto: CJ Vanston, Mix Publications

Bei Unstimmigkeiten übernimmt Vanston eine wichtige Rolle. „Wie ein Schiedsrichter“, sagt er selbst. „Ich habe einen Weg gefunden, um Dinge wie ‚Ich höre, was du sagst‘ und ‚Ich höre, was du da tust‘ richtig einzuordnen. Am Ende einer jeden Entscheidung steht allerdings eine demokratische Abstimmung. Es ist keine Band mit 25-jährigen Jungs aus Iowa, bei denen ich sagen würde: ‚So wird es gemacht!‘”, sagt Vanston. Er fügt hinzu, dass er immer versucht, die Sichtweise der Band zu berücksichtigen. „Manchmal muss man Dinge vorsichtig vorschlagen. Nach 35 Jahren sind sie eine Einheit, fast wie ein Ehepaar. Sie sind seit der High School zusammen.“

Toto XIV: David Hungate am Bass, Foto: CJ Vanston, Mix Pubications
Foto: CJ Vanston, Mix Publications

Nach 33 Jahren kehrte der ursprüngliche Bassist David Hungate zurück, um ein paar Spuren auf dem neuen Album einzuspielen und mit der Band auf Tour zu gehen. „Es fühlte sich an, als käme ich nach Hause, es war perfekt“, sagt Porcaro. Als Mike (Porcaro, Ex-Bassist) davon erfuhr, war er begeistert und lächelte.

Mike Porcaro schloss sich 1982 der Band an, nachdem Hungate Toto kurz nach dem Release von Toto XIV verließ. 2007 wurde Porcaro aufgrund einer ALS-Diagnose gezwungen, die Band zu verlassen. Hungates Einflüsse bei „Holy War“, „China Town“ und „The Little Things“ werden bei den Fans der Band alte Gefühle aufleben lassen. Ergänzend machen die starken Keyboard-Parts von Steve Porcaro und David Paich, die leidenden Gitarrensoli von Lukather und die Stimme von Joseph Williams Toto XIV zu einem Toto IX der Gegenwart. Und ja, es gibt einen Songtitel mit diesem Namen.

Es ist außerdem kein Geheimnis, dass Produzent Vanston früher in seiner Heimatstadt Lansing/Michigan mit Toto-Covern auf der Bühne stand. Später in Chicago spielte er in einer Band mit dem Namen „The Toto of Chicago“. Nachdem Vanston 1988 nach LA zog, lernte er Greg Ladanyi kennen, der vier Toto-Alben, darunter auch Toto IX, produzierte. Er wurde zu einem guten Freund und Mentor für Vanston.

Toto XIV: Keith Carlock an den Drums, Foto: CJ Vanston, Mix Pubications
Foto: CJ Vanston, Mix Publications

Durch Ladanyi kam Vanston schnell in Kontakt mit den ersten Toto-Mitgliedern und, schneller als er gucken konnte, spielte er schon die Keys für „The Other Side“ auf Toto’s ‚Kingdom of Desire‘. „Plötzlich stand ich im Studio mit Steve Porcaro und David Paich, zwei meiner größten Vorbilder“, sagt Vanston. „Sie mochten, was ich tat“. Jahre später, als Vanston mit Harry Shearer von Spinal Tap aufnahm, fragte er Lukather, ob er Lust hat, ein paar Spuren im Treehouse Studio einzuspielen.

Lukather gefiel das Projekt und so kam es, dass Vanston zum Produzenten für Lukathers Solo-Alben wurde. Nach Alben wie ‚All’s well that Ends well‘ und ‚Transition‘ fragte die Band Vanston, ob er bereit wäre, die Jubiläums-DVD „Live in Poland“ zu produzieren und zu mischen. Die DVD wurde 2014 veröffentlicht und zu einem weltweiten Erfolg. Toto XIV wurde schließlich am 24. März veröffentlicht.

Klicke die 2 für den Teil “TOTO XIV” – Die Arbeit in den Treehouse Studios!