Drumsounds layern (Foto: eMusician)

Besonders im elektronischen Bereich werden Drumsounds häufig gelayert. Aber wie macht man sowas? Unser Workshop “Drum-Samples layern” erleichtert den Einstieg.

Die ganz großen Musikproduzenten stapeln nicht nur Pokerchips, sie stapeln auch Sounds – und zwar meistens Drumsounds. Das „Layern“ hilft dabei, fette Beats mit einzigartigen Sounds zu erzeugen. Der Grundgedanke, wie man Drumsounds layert, ist eigentlich einfach, aber vieles hängt auch von euren eigenen Ohren ab, von eurem Willen, zu experimentieren, und es ist natürlich auch eine Übungssache.

Glücklicherweise kann die Kunst des Layerns mit einem einfachen DAW und mitgelieferten Plugins erlernt werden. Also, stapeln wir los!

Drum-Samples layern: Bassdrum

Wir fangen an, indem wir zwei klanglich eigenständige Bassdrum-Samples layern und dann Stück für Stück so bearbeiten, als kämen sie von ein und derselben Trommel. Als erstes sollte man ein Sample nehmen, welches einen scharfen und schnellen Attack und einen mittenlastigen Ton hat. Diesen nennen wir den „Thud“, und legen ihn auf eine Spur. Als nächstes nehmen wir einen tiefen, bauchigen Kick mit einem längeren Release – ein Sample aus einem TR-808 dürfte hier gut passen oder andere Samples von analogen oder Modeling-Drummaschinen. Wir nennen den Sound den „Boom“.

Spielt man beide Sounds gleichzeitig ab, klingt es erstmal nach nicht viel – einfach nur zwei gleichzeitig spielende Bassdrums. Das Low-End des „Thud“-Sounds verträgt sich vielleicht nicht mit dem des „Boom“-Sounds vertragen, oder andersrum: Die Mitten des „Booms“ passen nicht zu denen des „Thuds“.

Drumsounds layern: Thud-Sample und EQ
Der “Thud” hat einen EQ, mit dem die tiefen Frequenzen ab ca. 120 Hz abgeschnitten werden, sowie einen High-Shelf-Filter, der die hohen Frequenzen ab ca. 5 kHz abdämpft. (Foto: eMusician)

Wir packen einen Multiband-EQ auf den Track des „Thud“-Samples. Falls der EQ so funktioniert wie Ableton Live’s EQ Eight, sehen wir beim Abspielen die Frequenzen des Samples. Als erstes packen wir einen Low-Cut-Filter auf das tiefste Frequenzband und schalten den „Thud“-Sound auf Solo. Den Low-Cut setzen wir anhand dessen, was wir hören, irgendwo in einem Bereich von 100 bis 140 Hz. Wieder hören wir uns beide Samples an.

Es kann sein, dass der „Thud“-Sound ein bisschen zu stark im High-End klingt. In diesem Falle packen wir einen High-Shelf-Filter auf das höchste Frequenzband und dämpfen diese Frequenzen, bis es besser klingt. Hat man das getan, sollte man daran denken, etwas Makeup Gain in den EQ zu drehen, sodass die Lautstärke die gleiche bleibt. Zum Abschluss faden wir das „Thud“-Sample etwas aus, sodass er nicht so lange nachhallt und etwas kompakter ist.

Drumsounds layern: Der Boom-Sound wurde transponiert.
Der “Boom” wurde um 4 Halbtöne nach unten transponiert, um die mittleren Frequenzen zu mildern. Zudem wurde das Ende des Samples mit einem Fade verkürzt. (Foto: eMusician)

Wir machen weiter mit dem „Boom“-Sound, indem wir das Sample etwas herunterstimmen, damit die mittleren Frequenzen nicht mehr so präsent sind. Wenn der Klang besser ist, faden wir das Ende ebenfalls aus – genauso, wie wir es vorhin beim „Thud“ gemacht haben.

Gerade wenn man Bassdrums layert, besteht die Gefahr, dass zumindest teilweise Phasen ausgelöscht werden und der Klang insgesamt so mumpfiger oder leiser wird. Um sicherzugehen, dass das nicht passiert, drehen wir bei einem der Samples die Phase um (DAWs haben diese Funktion meist in irgendeinem Plugin von Haus aus dabei, bei Apple Logic z.B. das Gain-Plugin, man kann es sich aber auch dazu kaufen). Klingt das Sample danach wesentlich anders, ist alles gut. Hat sich dagegen wenig oder gar nichts am Sound geändert, können Probleme mit der Phase vorhanden sein. In diesem Falle zoomt man sehr weit in die Samples rein und verschiebt eins der Samples um ca. eine halbe Millisekunde und hört dann noch einmal in die Samples rein. Damit sollte das Problem behoben sein.

Drumsounds layern: Phasenauslöschung
Die Phase des “Booms” wurde gedreht und dann das Sample leicht verschoben, damit es nicht zur Phasenauslöschung kommt. (Foto: eMusician)

Falls es in eurem DAW geht, packt ihr jetzt beide Samples in eine Gruppe und fügt ein Saturation-Plugin hinzu. Das ist eine (mittlerweile nicht mehr so) geheime Zutat, um ein bisschen Wärme und Klangfarbe in solche “gemischte” Signale zu bringen, und hilft dabei, die beiden Samples verschmelzen zu lassen. Wenn man möchte, kann man so sogar Verzerrung auf die Samples legen, aber normalerweise reicht ein bisschen Saturation, damit beide Sounds natürlicher klingen. Aufpassen sollte man auf jeden Fall, dass das Signal nicht übersteuert.

Nun kann man das fertige, neue Sample exportieren. Man sollte darauf achten, dass man die „fertigen“ Samples normalisiert, vor allem, wenn man diese für eine Sound-Library erstellt: Mittlerweile ist eh alles so laut wie möglich gemischt, also sollten die eigenen Samples das auch sein.

Falls man abenteuerlich werden will und drei, vier oder noch mehrere Bassdrums layern will, ist das natürlich auch machbar. In diesem Falle sollte man nur besonders darauf achten, für jeden Sound Raum in den Frequenzen zu „reservieren“ und auch aufpassen, was die Phasenauslöschung angeht.

Klicke auf die 2, um mehr über das Layern von Snaredrum-Sounds zu erfahren!