Ein Analogsynthesizer nutzt analoge Schaltkreise, um einen Ton zu erzeugen.

Kurz erklärt: so entsteht ein Ton

Am Anfang steht bei einem Analogsynthesizer ein Oszillator. Dieser erzeugt einen Ton, den man dann – in Grundzügen – beeinflussen kann, zum Beispiel durch die Tonhöhe. Diese wird dabei – recht logisch – von der gedrückten Taste auf der Tastatur vorgegeben. Wie er außerdem klingt, hängt auch von der Wellenform ab, die der Oszillator erzeugt – zum Beispiel Sägezahn oder Rechteck. Oft hat ein Analogsynthesizer zur Klangerzeugung übrigens gleich zwei Oszillatoren mit an Bord. Die kann man dann beispielsweise leicht gegeneinander verstimmen, wodurch interessantere Sounds entstehen können.

Wieviele Oszillatorchips das Gerät hat entscheidet dann, ob man einen monophonen (also einstimmigen) oder polyphonen (mehrstimmigen) Synthesizer vor sich hat.

Die Filter machen den Sound beim Analogsynthesizer

Weiter geht es durch einen (oder mehrere) Filter. Ein Oszillator stellt dabei immer einen relativ obertonreichen Ton zur Verfügung, dem dann mithilfe der Filter etwas „abgezogen“ wird. Deswegen nennt man eine solche Form der Klangerzeugung auch subtraktive Synthese.

Filter können zum Beispiel Hoch- oder Tiefpassfilter sein (d.h., es werden nur hohe bzw. tiefe Töne „durchgelassen“). Entscheidend ist dabei die Cutoff-Frequenz – das ist die Frequenz, ab der ein Filter beginnt, zu arbeiten. Oft findet man auch einen Resonance-Regler. Mithilfe dieses Reglers kann man einstellen, ob der Bereich um die Cutoff-Frequenz noch einmal angehoben werden soll. Dadurch gibt man einem Analogsynthesizer einen charakteristischen Klang – denn sonst würde man ja einfach nur Frequenzen wegschneiden.

Die meisten Analogsynthesizer bieten gleich mehrere Filter, wodurch der Sound schlussendlich sehr unterschiedlich sein kann – und gerade deswegen macht das „Schrauben“ an so einem Synthesizer so Spaß. Es gibt zum Beispiel noch Noise-Generatoren, Hüllkurvengeneratoren, Ringmodulatoren und und und.

Geschichte der Analogsynthesizer

Mittlerweile experimentiert man seit fast 100 Jahren mit Analogsynthesizern. Die allerersten Instrumente, die ungefähr das machen, was man heute unter Analogsynthesizer versteht, entstanden Mitte der 1930er Jahre. Das Ondioline oder das Trautorium waren einige dieser „Pioniere“.

Interessant wurde die Geschichte der Analogsynthesizer Anfang und Mitte der 1960er, denn dort kamen erstmals serienmäßig produzierte Synthesizer auf. 1964 wurde der erste spielbare Synthesizer von Robert „Bob“ Moog vorgestellt. Dieser Name dürfte den meisten Synthesizer Fans geläufig sein, gründete er doch mit Moog eine der bedeutendsten Synthesizer-Firmen. Bereits nach einigen Jahren war die Fangemeinde dieser neuartigen Instrumente gewachsen und es entstanden viele andere Firmen, die auch Analogsynthesizer herstellten, wie zum Beispiel EMS, ARP Instruments oder Sequential Circuits.

Auch beliebt waren dabei die sogenannten modularen Systeme oder Modularsynthesizer. Bei diesen setzt man einzelne Module mittels Patchkabeln zu einem kompletten Synthesizer zusammen.

Mit dem Aufkommen der digitalen Systeme und der stetigen Verbesserungen dieser gerieten Analogsynthesizer Mitte der 90er langsam aus der Mode: Zu groß, sperrig und zu wartungsintensiv (denn bei so vielen analogen Bauteilen musste man diese durchaus mal inspizieren) seien sie. Seit einigen Jahren feiern sie trotzdem so etwas wie ein Comeback, da ihr Sound unverwechselbar ist und auch mit digitalen Simulationen nicht ganz nachempfunden werden können. Die Beliebtheit des Eurorack-Formats, bei dem man Module verschiedener Hersteller nach Belieben selbst zusammenstellen kann, tut sein Übrigens dazu, dass die analogen „Dinosaurier“ und ihre Neuauflagen mittlerweile wieder sehr „in“ sind.

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